Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Juli / August:
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Auszugsweiser Vorabdruck Menschen und Häuser des Steglitzer Fichtenbergs von Andreas Grothusen. Dieses Buch erscheint demnächst; Vorbestellungen sind willkommen.
Seine ISBN lautet: 3-926578-39-4, der Ladenpreis wird zwischen DM 19,80
und 24,80 liegen. 5. Teil: Die Freimaurerloge des Fichtenbergs Wo spürt man heute noch die besondere Stimmung der Villenkolonie, die damals aus dem alten Steglitzer Schloßpark entstanden ist? Da ist das Haus des Landbaurats Otto Techow direkt am Paul-Henckels-Platz. Dieses hübsche rote Landhaus mit dem spitzen, schiefergedeckten Türmchen hat Techow für seine Familie und sich zu Beginn der achziger Jahre des 20. Jahrhunderts erbaut. Es hat alle Kriegswirren unbeschadet überstanden und wird immer wieder von Sonntagsspaziergängern bestaunt. Techow nannte das Haus "Villa Anna" nach seiner Gattin, einer geborenen Anna von Maltitz. Der Architekt Otto Techow hatte an der Königlichen Bauakademie in Berlin studiert. Er führte neben seiner Tätigkeit im Dienste der Stadt Berlin und danach in der Brandenburgischen Provinzialverwaltung viele Privatbauten aus. Nach Fertigstellung seines eigenen Heims, 1884 waren alle Arbeiten abgeschlossen, entstand 1886 nach seinen Plänen das Steglitzer Gymnasium und der Wasserturm, der zum Wahrzeichen des Fichtenbergs geworden ist. Beide Gebäude hatten 1986 ihr hundertjähriges Jubiläum. Am Festabend gab es ein unvergeßliches Turmblasen auf dem Wasserturm. Otto Techow und der Geheime Kanzleirat Wölker gründeten im selben Jahr eine der ersten Berliner Vorort-Freimaurerlogen. Man nannte sie "Bruderbund am Fichtenberg". Der "Bruderbund" hatte zunächst im alten Steglitzer Schloß, das inzwischen nach Wrangels Tod ein Restaurant geworden war, im ersten Stock beim Logenbruder Otto Haak seine Räumlichkeiten. Später entstand ein eigenes Gebäude für den Bruderbund, die Techow-Loge in der Albrechtstraße 112 a, etwa hundert Meter von der Straße entfernt. Eine Lindenallee führte zu ihr. Dort gab es auch das "Restaurant zur Loge". Diese Gebäude sind zerbombt worden. Nur ein paar von den alten Linden stehen noch. Bewundernswürdig soll die Haltung einiger Logenbrüder während der Nazizeit gewesen sein. Trotz des strikten Verbotes durch die Nazis traf man sich heimlich und nahm damit ein großes Risiko auf sich, selbst wenn sich die Herren als "Wanderverein" tarnten. Fortsetzung folgt |