
Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Juni:
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Diakonie-Hospitz Wannsee Wir können Orte schaffen, von denen der helle Schein der Hoffnung
in die Dunkelheit der Erde fällt. Die meisten Menschen wünschen sich zu Hause, in ihrer vertrauten Umgebung, begleitet von ihren Angehörigen und Freunden, möglichst beschwerdefrei zu sterben. Umfragen zu Folge sterben aber in Deutschland 60% aller Menschen im Krankenhaus und 30% in Alten- und Pflegeheimen. Die Hospizbewegung setzt sich dafür ein, das Sterben wieder als Teil des Lebens begriffen wird. Seit 1967 die Begründerin der Hospizbewegung, Cicely Saunders, in London ihr erstes Hospiz baute, hat sich der Hospizgedanke weltweit verbreitet. Zur Zeit gibt es in Deutschland ca 700 Hospizeinrichtungen, darunter 582 ambulante Dienste und 114 stationäre Einrichtungen. Das Diakonie-Hospiz Wannsee gGmbH, bekannt geworden unter dem Namen Bethel Hospiz Van-Delden, arbeitet seit über drei Jahren als ambulantes Hospiz in der Busseallee 27 in Berlin-Zehlendorf. Hier werden ehrenamtliche Mitarbeiter in Kursen darauf vorbereitet, schwerkranke und sterbende Menschen in erster Linie zu Hause, in einzelnen Fällen auch im Pflegeheim oder Krankenhaus zu begleiten. Es wird keine Pflege angeboten, sondern die Hospizhelfer haben Zeit. Zeit, um für den Menschen da zu sein, ihm zuzuhören, Besorgungen zu erledigen, die Angehörigen zu entlasten. Das Angebot ist kostenlos und versteht sich als Ergänzungsangebot zu traditionellen Strukturen der ambulanten und stationären Versorgung. Das Diakonie-Hospiz Wannsee arbeitet ausschließlich mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, die in einem einjährigen intensiven Kurs auf ihre Arbeit vorbereitet werden. In diesem Jahr ist der Bau eines stationären Hospizes mit 14 Betten auf dem Gelände der Immanuel-Krankenhaus GmbH geplant. Die Errichtung des Hospizes wird mit Mitteln des Berliner Senates gefördert. Ein stationäres Hospiz ist immer eine wirtschaftlich selbständige Einrichtung. Es wird deshalb auf dem Krankenhausgelände ein Baugrundstück gepachtet werden. Hospiz bedeutet im ursprünglichen Sinn Herberge. Und das soll das Haus auch werden. In dem wohnlichen Haus werden Menschen aufgenommen, denen es aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, zu Hause zu bleiben und dort zu sterben. Hier sollen sie neben einer guten Pflege, pallitiv-medizinisch betreut werden, wenn gewünscht, seelsorgerlich begleitet werden. Es soll ein Haus werden, in dem eine Atmosphäre menschlicher Nähe und Geborgenheit zu spüren ist. Um diesen Plan zu verwirklichen, war es nötig, eine neue Rechtsform zu schaffen. Die bisherige Kooperationsgemeinschaft wurde durch eine gGmbH abgelöst. Die drei Gesellschafter sind die Diakoniegemeinschaft Bethel e.V., der Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. und die Immanuel-Krankenhaus GmbH Berlin Wannsee. Aufgrund der Perspektive, den Standort zukünftig nach Wannsee zu verlagern, wurde auch die Namensänderung zum Diakonie-Hospiz Wannsee vorgenommen. Zur Zeit arbeitet das Hospiz aber weiter an dem bekannten Standort in der Busseallee 27. Die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter, eine Ärztin und eine Sozialarbeiterin sind gern bereit, Sie nach telefonischer Vereinbarung, (80997057) zu Fragen rund um die Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer zu beraten. Und, wenn gewünscht, eine Begleitung zu vermitteln. Auch Informationen über die Vorbereitungskurse können Sie im Büro erhalten. Jeden ersten Donnerstag im Monat lädt das Diakonie-Hospiz Wannsee zu einem Offenen Abend im Mutterhaus der Diakoniegemeinschaft Bethel in die Clayallee 18-22, Eingang Amselstr. 4, um 19.30 Uhr ein. Am 4.Mai wird Frau Prof. Bödiker-Lange zu dem Thema „Trauer im Märchen“ sprechen, und am 8. Juni gestaltet Herr Prof. von Werder den Abend unter dem Thema „Sterben als Problem der Philosophie“. Zuletzt sei noch auf die dritte Berliner Hospizwoche hingewiesen, die vom 25.Juni bis zum 2. Juli unter dem Thema „Leben bis zuletzt“ stattfindet. Am 28.Juni können Sie sich ab 15 Uhr ebenfalls in den Räumen der Diakoniegemeinschaft Bethel in der Clayallee über die Arbeit des Hospizes informieren und vor Ort mit den MitarbeiterInnen ins Gespräch kommen. Angelika Behm |