
Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe März:
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Steglitz in den 50er Jahren Liebe Steglitzer! Schon seit langer Zeit liegt mir der Gedanke am Herzen, eine Ausstellung über die 50er Jahre in Steglitz zu veranstalten. Da ich ein geborener Steglitzer bin und die Veränderungen im Bezirk in den letzten Jahrzehnten miterlebt habe, denke ich besonders in der heutigen Zeit sehr oft daran, wie schön es doch damals in unserem Bezirk gewesen ist. Ich brauche Ihnen nicht zu erzählen, was sich alles verändert hat. Manches sicherlich zum Vorteil, aber es gibt auch viele Dinge die besser so geblieben wären, wie sie damals waren. So mancher wird sich noch an die vielen Ruinen und die Trümmerfelder in Lankwitz, Südende und anderen Teilen des Bezirks erinnern. Doch dann ging es langsam aufwärts. Wertheim entstand als großes Kaufhaus neu in der Schloßstraße, auf den Wochenmärkten am Mariendorfer Damm, am Kranoldplatz und auf dem Bornmarkt pulsierte wieder das Leben. Die beliebten Pantoffelkinos: Parklichtspiele, Albrechtshof, Lichtburg in Lankwitz und das Laterna an der Schadenrute lockten mit amerikanischen und deutschen Filmen die Leute an. In der Albrechtstraße eröffneten kleine Geschäfte, wo das Einkaufen Spaß machte. Einer der ersten Selbstbedienungsläden, GEBRÜDER MANNS, wo man mit einem Einkaufskorb aus Draht an den Regalen entlang schlenderte, lud zum Einkaufen ein. An vielen Straßenecken standen Zeitungskioske, die Zeitungen und Zeitschriften verkauften, die es heute nur noch im Antiquariat gibt. Und unsere Schloßstraße, mit den vielen Schuhgeschäften wie Leiser, Stiller und Salamander. Das Leih- und Pfandhaus an der Feuerbachstraße, Peek und Cloppenburg noch als Flachbau, Leineweber, eines der besten Bekleidungshäuser, und die Vielzahl der kleinen Geschäfte. Erinnern Sie sich noch, als sich die Kinder zu Weihnachten die Nasen an den Schaufenstern von Wertheim platt drückten, um die dort ausgestellten und beweglichen Märchenfiguren zu bestaunen? Im Titania-Palast gab es Konzerte, Hans Rosenthal veranstaltete seine beliebten Spielsendungen, und Onkel Tobias führte Märchen auf. Dort, wo heute Hertie steht, existierte damals, sehr zum Ärger der Anwohner, ein Rummelplatz. Die „Steglitzer Woche“ war jedesmal der Anziehungspunkt der Halbstarken. Können Sie sich noch an die vielen Kaugummiautomaten, die es überall gab, erinnern, oder an die beliebten Brausebonbons „PETZ“ und „PRICKEL-PIT“? In Lankwitz, im Krieg arg zerstört, entstanden große Wohnblocks. Der Munsterdamm wurde zum Grazer Damm hin verlängert, und zur selben Zeit begannen die Um- und Erneuerungsarbeiten im Schwimmbad am Insulaner. Vieles mehr wäre noch zu erzählen, doch dann müßte man aus diesem Artikel ein Buch machen. Als mich mein Freund Wolfgang Holtz in das Heimatmuseum einführte und ich die vielen Fotos sah, da war mir klar, daß auch Sie, liebe Steglitzer, all die Erinnerungen mit uns teilen sollen. Die Ausstellung im Heimatmuseum zeigt außer den Fotos auch noch einige Ausstellungsstücke aus den 50er Jahren. Außerdem, und darauf können Sie sich schon freuen, liegen die gebundenen Jahrgänge des „STEGLITZER ANZEIGER“ für Sie zum Durchblättern und Lesen bereit, die uns Herr Zippler, ehem. Herausgeber, für den Heimatverein überlassen hat. Da werden Sie so manches Interessante entdecken. Sollten Sie auch noch Fotos und andere Dinge aus dieser Zeit besitzen, der Heimatverein würde sich freuen, wenn Sie ihm Ihre „Schätze“ zur Verfügung stellen könnten. Michael Lorenz Die Ausstellung „Steglitz in den 50er Jahren“ ist Geöffnet ist die Ausstellung |