Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe März:

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Auszugsweiser Vorabdruck
DIE DORT DROBEN
Menschen und Häuser des Steglitzer Fichtenbergs
von Andreas Grothusen
erscheint im accurat-verlag, Hans-Peter Heinicke

Dieses Buch erscheint demnächst; Vorbestellungen sind willkommen. Seine ISBN lautet: 3-926578-39-4, der Ladenpreis wird zwischen DM 19,80 und 24,80 liegen.
Der Autor ist der Schauspieler Andreas Grothusen, der seit fünf Jahrzehnten auf dem Steglitzer Fichtenberg wohnt und dort Viele und Vieles kennt.
Auftakt des vierteiligen, auszugsweisen Vorabdrucks ist der sehr neugierig machende Klappentext:

Mit Beginn der Gründerzeit wandelte sich der kieferbestandene, sandige Fichtenberg wie kaum ein anderes Gebiet im Berliner Raum zu einem Zentrum des Geistes, der Wissenschaft und des Kommerz.

Auf seinem großparzellierten Areal entstanden prächtige Villen, nicht selten mit Wintergärten und Treibhäusern, manchmal sogar mit riesigen Gewächshäusern, in denen fruchttragende Palmen, Bananenstauden und Orangenbäume gediehen.
Die ganz großen Villen waren damals schon mit Fahrstühlen ausgestattet, darüber hinaus gab es dort Dienstbotenaufgänge. Das Personal: Diener, Köchin, Stubenmädchen, Gärtner und Kutscher- wohnte in separaten Häusern.

Man hatte verschnörkelte Pferdeställe, geräumige Eiskeller, Remisen für die Kutschen, komfortable Garagen mit hauseigener Benzinzapfsäule für die Mayachs und Horchs.

Das die Gärten, darinnen Schwanenteiche, Pavillons, Grotten, Marmorstatuen und Kegelbahnen waren, zu Recht Parks genannt wurden, versteht sich.

Anfangs hatten die Fichtenberger, DIE DORT DROBEN, auch noch aparten Rundumblick auf Berlins Türme, zur Stadt Charlottenburg, nach den Feldern Dahlems, dem Grunewald und das rasant wachsende Groß-Lichterfelde.

Die so bevorzugt domizilierten waren Professoren an Masse, und Bankiers zuhauf. National bekannte Verleger (Wasmuth und Sachs) und namhafte Literaten (Rudolf Paulsen, Otto zur Linde, Rudolf Pannwitz, Adolf Heilborn und Franz Kafka).

Glückhafte, zu Goldmarkmillionären gewordene Erfinder (Carl Schlieckeysen, der die Dampfziegelpresse erfunden hat, und Max Krause, der sich seine Idee, Briefpapier in Portionen verpackt auf den Markt zu bringen, hatte patentieren lassen und damit der deutsche Papierkönig geworden war).

Dann drei Minister (der Kaiserliche Kultusminister Friedrich Schmidt-Ott, der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung von 1921 bis 1930 Carl Heinrich Becker und der Bundesfamilienminister Würmeling, dessen Elternhaus hier stand.

Auch Kirchenfürsten (Bischof Otto Dibelius und Julius Kaftan, Präsident der Evangelischen Kirche Deutschlands, ein Studienfreund Friedrich Nietzsches.

Des weiteren Schauspieler (Rotraut Richter, Paul Henckels, das Paar Julia Serda und Hans Junkermann, Martha Eggert und Jan Kiepunz, Max Grothusen und Sohn Andreas).

Aus der Musikwelt die Konzertpianistin Nabich, ein Patenkind von Franz Liszt, und der Schlagerstar der fünfziger Jahre, Sully Buhlan.

Nicht zu vergessen: Der Ägyptologe Adolf Erman, Museumsdirektor Prof. Karl von Steinen und der Völkerkundler Eduard Seler, von den Nachbarn Rübezahl genannt wegen seines Outfits, Vollbart und Lodenmantel. Das Ehepaar Seler hatte sich von einer Expedition die Zapotekin Leonarda Luna mitgebracht, die als Kindermädchen 40 Jahre Dienst auf dem Fichtenberg tat.

Last but not least ein legendärer, steinalter Fesselballonfahrer, der wünscht, namentlich nicht genannt zu werden.

Fortsetzung folgt!


zurück | letzte Änderung: 1. März 2000, webmaster