Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Mai:

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Verrückt bleiben bitte!
Kabarettabend mit den WI(E)DERLACHERN

am 27. Mai 2000 um 19:30 Uhr auf der „Alten Eisbahn

Verrückt bleiben bitte! Wir leben in einer verrückten Zeit. Wer da nicht verrückt ist, der ist doch verrückt. Die WI(E)DERLACHER sind es auch. Und so spießen sie einige der Verrücktheiten auf, die wir uns so leisten. Da sieht man in kleinen unterhaltsamen Szenen das Muttersöhnchen als Haustyrann, den betriebsnudelhaften Mann, der vor dem Tod davonläuft, Leute, die quatschen und dabei nichts sagen, jemanden, den man erst von seinem Denkmalssockel herunterholen muß und so manchen anderen und vielleicht sogar sich selbst. Man fühlt sich gut unterhalten und muss lachen, aber nicht schenkelklopfend und prustend, eher nachdenklich. Es ist ein Lachen, das Kräfte freisetzt zum Bessermachen, zumindest zum Aushalten.

Drei Frauen (Anke Eichner, Leonore Grammel, Monika Lorenz) und drei Männer (Frank Getzuhn, Klaus Grammel, Eckhard Park) aus Berlin machen in ihrer Art Kabarett. Profis oder Amateure?. Beides, so sagen sie selbst; denn Profi kommt von Bekennen und Amateure heißt Liebhaber. Pfarrer sind unter ihnen, Sozialarbeiterinnen und Tagespflegerinnen, einer ist auch gelernter Musiker. Sie verstehen sich als Theologisches Kabarett. Nicht nur, weil vier von ihnen in der Kirchengemeinde Marienfelde arbeiten; sondern vor allem deshalb, weil ihnen Theologie die Lehre vom Leben ist und sie so verrückt sind, mitten im verrückten Leben ans Leben zu glauben. Sie schreiben sich ihre Texte und Musik selber, meistens im Stil eines szenischen Kabaretts, mit Nummern und Sketchen. Sie ziehen über die Dörfer und durch die Städte und geben den Menschen in den Gemeinden oder wo sie sonst noch auftreten spielend etwas von dem weiter, was sie bissig, launig oder nachdenklich, immer aber unterhaltsam aufgespießt haben.

In einer Hinsicht machen sie es dem Publikum sehr leicht: Es gibt keine Karten und also keinen Vorverkauf und kein Eintrittsgeld. Am Ausgang kann man geben, was man mag, kann und will.

Die WI(E)DERLACHER sagen, daß sie noch nie zu kurz gekommen sind.


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