
Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Mai:
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Auszugsweiser Vorabdruck: Menschen und Häuser des Steglitzer Fichtenbergs von Andreas Grothusen Dieses Buch erscheint demnächst; Vorbestellungen sind willkommen. Seine ISBN lautet: 3-926578-39-4, der Ladenpreis wird zwischen DM 19,80 und 24,80 liegen. Der Autor ist der Schauspieler Andreas Grothusen, der seit fünf Jahrzehnten auf dem Steglitzer Fichtenberg wohnt und dort Viele und Vieles kennt. 3. Teil: Im Landesarchiv Berlin, wo viele Unterlagen über abgerissene Häuser verwahrt werden, liegt die Bauakte der Villa Friedrichstraße 1/2, heute Carl-Heinrich-Becker-Weg 6-10. Gleich obenauf finden sich zwei zusammengeheftete Zettel. Der eine ist das Baugesuch von 1904, und der andere enthält die Mitteilung, daß das Haus am 21.12.1940, 5 Uhr 16, von einer Brandbombe getroffen wurde. 1943 brannte es dann völlig aus. Anfang und Ende eines Hauses. Zwei lapidare Zettel. Zurück zum Baujahr 1904. Über dreißig Jahre reines Spekulationsobjekt, oft nur Monate oder gar nur 3 Tage im Besitz von Geschäftemachern, erwarb Professor Dr. med. und phil. Karl von den Steinen, der ein bedeutender Amerikanist war, Brasilien und Polynesien erforscht hat und später Direktor des Museums für Völkerkunde wurde, das Eckgrundstück am Wilhelmsplatz und ließ sich vom Regierungs-Baumeister Max Fraenkel eine bizarr-romantische Türmchenvilla errichten. 1927 kaufte eine Chemie-Fabrikanten AG das Anwesen. In dieser Zeit entstand auch die Garage mit Chauffeurwohnung und eigener Benzinzapfsäule. Zwölf Jahre später zog die NSDAP ein und nutzte die Villa als Dienstsitz der NSKK Motorgruppe Berlin, bis die Brandbomben fielen. Die Ruine ist in den frühen Fünfziger Jahren gesprengt worden. Später errichtete die Freie Universität Berlin ein Institutsgebäude in Schnellbauweise. Und heute macht sich dort zusätzlich der gewaltige Neubau der Architekten Fehling und Gogel breit, zwängt sich in einer Länge von beinahe siebzig Metern aufs Grundstück, und der eiserne Beobachtungssturm erinnert in geradezu makaberer Weise an jene Wachtürme an der Grenze, die im selben Jahr gefallen ist. Das Meteorologische Institut baute, rechtswidrig, wie das Verwaltungsgericht vermutet, und milieuzerstörend. Der Bau fügt sich nach Überzeugung der meisten Fichtenberger, die das Projekt, seit sie das Modell gesehen haben, bekämpft haben, nicht im geringsten in die Umgebung ein. Alte Bäume sind gefallen, andere gefährdet. Und die Qualität des Fichtenbergs als Wohn- und Naherholungsgebiet wurde gemindert. Fortsetzung folgt |