Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Mai:

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Leben ohne Alkohol
Die Guttempler informieren

Allgemeines zum Alkohol

Inzwischen ist unstrittig, dass Alkohol ein Gift ist. Das Problem ist, dass bei uns dieses Gift frei verkauft wird. Es wird auch rundherum jedem angeboten. Die Gefahr bei Rauschgiften ist, dass sie durchaus Menschen verändern können. Wenn jemand Alkohol zu sich genommen hat, tut er zuweilen Dinge, die er ohne Alkohol nie tun würde. Die Gewöhnung beim Alkoholverzehr ist zumeist der Beginn des Weges zum Alkoholismus. Es gibt eine Definition: Wer die Alkoholmenge nicht mehr selbst bestimmen kann, der ist alkoholabhängig. Derjenige hat dabei nicht mehr die Fähigkeit, mit dem Alkoholkonsum aufzuhören. Dies ist eine sehr praxisnahe Beschreibung der Situation. Das bedeutet nicht, dass jemand, der alkoholkrank ist, jeden Tag trinken muss. Wesentlich dafür, dass bereits Alkoholabhängigkeit vorliegt, ist die Tatsache, dass derjeniege zu gegebener Zeit immer wieder einmal die Kontrolle über sein Trinkverhalten verliert, dann meist zu viel trinkt und in dieser Situation bereits gegen seinen Willen. Es ist wichtig, zu erwähnen, dass die Eigenschaften des Alkohols einen Menschen so erheblich verändern können, dass er bis hin zur Kriminalität geführt werden kann. Der Begriff „Mord und Totschlag“ im Alkoholrausch ist leider nicht nur ein lockerer Spruch. Manchmal ist er eben auch bittere Wirklichkeit. Dabei muss man erwähnen, dass es nicht an der Charakterschwäche des Betreffenden liegt, wenn er sein Alkoholproblem noch nicht allein angehen kann. Willensschwäche hat damit nichts zu tun. Vielmehr ist inzwischen in ihm die „Macht des Alkohols“ bereits so groß, dass sich Veränderungen auch unabhängig von den Vorstellungen des Menschen ergeben können. Da in unserem Volk das Trinken grundsätzlich und im üblichen Rahmen eine Sitte ist, besteht häufig gegenüber dem, der über das normale Maß hinaus trinkt, keinerlei Verständnis. So lange jemand mit den anderen „mitzieht“, ist er geduldet. Wird der Alkohlolkonsum dagegen höher als bei den anderen, ziehen sich die „Mittrinker“ sehr schnell von dem Anderen zurück. Oft erlebt man es, dass nicht richtig reagiert wird, wenn jemand keinen Alkohol möchte. Dann kommt: „Na, einen kannst du doch nehmen.“ Dieser „eine“ ist aber für einen Alkoholgefährdeten oder Alkoholkranken bereits zu viel. Man sollte Menschen, die ohne Alkohol durchs Leben gehen wollen, aus welchen Gründen auch immer, diese Möglichkeit offen lassen. Akzeptieren wir das doch. Diese Menschen werden den anderen ihre alkoholfreie Lebensweise auch nicht aufzwingen. Das wäre auch der falsche Weg. Gegenseitige Toleranz erleichtert den gegenseitigen Umgang.

Über dieses und andere Themen unterhalten wir uns auch bei unseren Treffen jeden Montag in der Guttempler-Gemeinschaft Steglitz ab 19.00 Uhr im

Nachbarschaftsheim Lankwitz
Hindenburgdamm 28 (Gutshaus Lichterfelde)
Tel. 844 10 474.


zurück | letzte Änderung: 4. Mai 2000, webmaster