Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Oktober:




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Bau der B 101 könnte überflüssig werden!

 

Seit Generationen wird über den Bau der  B 101 als Verbindungsstück von der Stadtgrenze zum Mittleren Ring durch Lankwitz geredet.

Kommt Sie? - Kommt Sie nicht?

Brandenburg baut "seine B 101" bis an die Stadtgrenze (siehe Foto vom 21. September am GVZ Grossbeeren auf Seite 3). Dagegen hat Berlin gerade den Ausbau der Marienfelder Allee wegen Geldmangel zurückgestellt, nachdem der Bund seine Finanzierungszusage zurückgezogen hat. 

Die Bürgerinitiative B 101 forderte in einem offenen Brief von den Verantwortlichen im Senat und Parlament eine zukunftsorientierte, nachhaltige und bürgerfreundliche Alternative zum Bau der B 101 zu entwickeln und umzusetzen.

"Warum nicht den Verkehr der B 101 schon frühzeitig auf Brandenburger Gebiet auffächern?", fragt Nico Kapp von der Bürgerinitiative.

In den nächsten Wochen soll es dazu Verhandlungen zwischen Berlin und Brandenburg geben. 

Die Beantwortung einer Petition der Bürgerinitiative ließ eine Kehrtwende in der Verkehrspolitik des Senats erkennen.
 

"Danach wird es in dieser Legislaturperiode keinen Neubau der B 101 zwischen Malteserstraße und Munsterdamm geben. Vielmehr ist es das Ziel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, durch ein integriertes Verkehrskonzept, das unter anderem die Nutzung von City-Logistik, die stärkere Nutzung der Schiene einschließlich der innerstädtischen Güterverkehrssubzentren sowie die Verbesserungen der Verbindungen im Schienenpersonenverkehr (zum Beispiel im Regional- und S-Bahn-Verkehr in Richtung Teltow-Stadt/ Ludwigsfelde) vorsieht, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen und den Neubau der B 101 auch mittel- bis langfristig überflüssig zu machen. Die Arbeiten an diesem Konzept werden im Rahmen des Stadtentwicklungsplanes Verkehr zügig durchgeführt.

Beabsichtigt ist, bei der Erarbeitung des Verkehrskonzeptes auch in einen Dialog mit den Betroffenen, zum Beispiel den Bürgerinitiativen, aber auch mit der Wirtschaft und den im Verkehr tätigen Unternehmen zu treten, um einen möglichst großen Konsens zu erzielen. Auch mit den zum Thema B 101 tätigen Bürgerinitiativen wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Dialog führen.

Erst wenn alle Prüfungen abgeschlossen sind und das Verkehrskonzept vorliegt, kann gegebenenfalls der Neubau der B 101 aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden. Im Zusammenhang mit den Prüfungen liegen erste Zwischenergebnisse vor. Bei den Untersuchungen zu einem Szenario A wurde den Modellrechnungen unter anderem ein Verzicht des Neubaus des betreffenden Abschnitts der B 101 in Kombination mit anderen Maßnahmen zu Grunde gelegt. Die Zwischenergebnisse deuten darauf hin, dass es Lösungsmöglichkeiten auf der Grundlage eines Verzichts dieser Maßnahme geben könnte."


Die BVV Steglitz hat übrigens auf Ihrer letzten Sitzung am 20. September folgendem Antrag von CDU und GRÜNE zugestimmt:

Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, ein städtebaulich verträgliches Verkehrslenkungskonzept zu entwickeln, mit dem in der Zeit zwischen Fertigstellung der B 101 bis zur Landesgrenze Berlins und der Realisierung des von der BVV Steglitz beschlossenen B 101 Tunnels der zu erwartende Kfz-Verkehr in verträglicher Weise durch Steglitz geleitet wird. 
 

Thomas Protz


zurück | letzte Änderung: 04. Oktober 2000, webmaster