Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Oktober:
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"Blaue Büffel in Lankwitz"
"Haben Sie schon mal etwas von "Blauer Büffel" gehört ? Nein ? Blauer Büffel ist eine Methode alter indianischer Medizinmänner, die den Körper zum Sprechen bringt. Das funktioniert so: Einzelne Organe schicken ihre Abgesandten, die frei von der Leber weg erzählen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Versuchskaninchen in einer Neuköllner Arztpraxis ist Frau Pumperding. Sie legt sich auf die Couch und träumt von der Prärie, unterdessen geben sich ihre Organarbeiter ein Stelldichein. Die Gallenköchin macht einen auf Künstlerin und will nur noch ihre Steinchen behauen. Die Hüterin der Eierstöcke hat einen Rentnerinnenkoller und die Magenpförtnerin schuftet sich halbtot. Die beiden Herzdamen, Platonica und Libido, sind außer Rand und Band, denn langweilig ist das Leben von Frau Pumperding beileibe nicht. Da gibt's Ärger über´s Postamt, das geschlossen und in ein Internet-Café umgewandelt wird. Die Enkeltochter ist auf einmal verhaltensauffällig und die Tochter weiß sowieso immer alles besser. Zum Glück hat Frau Pumperding ein starkes Herz. Und das braucht sie auch, denn es steht momentan in Flammen - sogar noch am Morgen danach. Es gilt: Der BLAUE BÜFFEL bringt die wahren Verhältnisse zum Vorschein." Mit dieser kurzen Beschreibung macht die Theatergruppe "Die Grauen Zellen" des Nachbarschaftsheimes Schöneberg auf ihr Stück "Blauer Büffel" neugierig, das am 27. Oktober nun auch mal wieder in Lankwitz zu sehen ist. Alltägliche Sorgen älterer Menschen werden in eine absurde und zauberhafte Geschichte verpackt und mit hervorragenden Gesangs- und Musikeinlagen ausgemalt. BLAUER BÜFFEL, Freitag, 27. Oktober 2000, 16.00 Uhr |