Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe Oktober:



 

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Ehe-, Familien- und Lebensberatung
für ältere Menschen

 

Im  Gutshaus Lichterfelde wird am Montag, den 2.10.2000 um 9.30 Uhr eine "Ehe -, Familien- und Lebensberatungsstelle für älterwerdende Menschen" eröffnet.

Die Beratungen werden durch einen fachlich ausgebildeten  und erfahrenen "Dipl. Sozialpädagogen Ehe-, Familien- und Lebensberater und Supervisor" ausgeführt und findet zunächst montags in der Zeit ab 9.30 bis 17.30 h statt.

Dazu ist eine telefonische Anmeldung erforderlich unter der Telefon-Nr 844 10 474.
 

Wer kann zu dieser Beratung kommen?

Zunehmend sind älter werdende Menschen mit folgenden Problemen konfrontiert, mit denen sie alleine nicht mehr klar kommen und fachliche Beratung und Unterstützung zur Bewältigung der entstandenen Krisen benötigen, z.B.
 

  • Ungewolltes frühzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben durch Frühpension oder Vorruhestand, sie fühlen sich nichts mehr wert, nutzlos und abgeschoben.
    Die Identität leidet vor allem an dem Verlust des Selbstwertgefühls.
  • Die Elternfunktionen verändern sich, wenn die Kinder das Haus verlassen, die Kontakte zwischen den Generationen ändern sich.
    Der Rat der Älteren ist nicht mehr gefragt.
  • Wenn Ehen / Lebensgemeinschaften älter werden, stellen Menschen fest, daß sie sich nichts mehr zu sagen haben; Eigensinnigkeiten, Streitereien -meist aus nichtigem Anlaß- nehmen kein Ende  mehr.
    Manchmal bleibt nur die Flucht in Krankheiten oder in den Alkohol oder anderen Süchte.
  • Schwere Krankheiten können zur Pflegesituation des einen Partners und zur Überforderung des anderen oder auch der ganzen Familie führen.
    Manchmal übernehmen erwachsene Kinder die Elternrolle für ihre alten Eltern und alle kommen mit dem Rollentausch nicht klar. 
  • Manchmal sind auch geistig behinderte Erwachsene in der Familie zu versorgen und ihre Eltern sorgen sich um die Zukunft dieser "Kinder".
  • Menschen haben mehrere Verluste erlitten und haben es schwer zu trauern, sie werden krank daran.
  • Die Konfrontation mit dem Tod, der eigenen Endlichkeit, der Verlust des Partners oder des erwachsenen Kindes, das Alleinsein oder das Alleingelassensein stellen die Frage nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens.
  • Veränderungen durch Entfremdung und Auseinanderleben in der Paarbeziehung (auch bei homosexuellen Lebensgemeinschaften) durch Krisen u.s.w., Verlust des Interesses am Partner, unüberbrückbare Anschauungen untereinander werfen die Frage auf, ob man sich als älterer Mensch noch trennen oder ein neues Leben anfangen kann?
  • Sexuelle Bedürfnisse können bis ins hohe Alter lebendig bleiben, doch mit wem kann man darüber  reden, zumal die Gesellschaft dieses Thema tabuisiert?
  • Besonders nach Trennungen und Scheidungen bei Älterwerdenen ist es meist schwer, einen neuen Weg -auch zu sich selber- zu finden.
    Krisen in der Nachscheidungsphase, Verlust an Attraktivität, die Angst vor dem Alter, körperliche Veränderungen schaffen depressive Zustände, phobische Reaktionen, etc.
 
Krisen in unserem Leben zeigen uns, daß etwas Neues auf uns zu kommt und wollen als Chance begriffen werden, alle Lebensmöglichkeiten neu zu betrachten und für Veränderungen auch alle verfügbaren Ressourcen aufzugreifen.

In der Beratung geht es darum, erst einmal eine Entlastung herbeizuführen und Veränderungsmöglichkeiten durch gemeinsame Gespräche und durch die gemeinsame Suche nach Lösungen zu unterstützen.

Ziel ist es vor allem, Klienten bei der Suche nach einem neuen Sinn des Lebens zu unterstützen.

Der Ort der Beratung, das Stadtteilzentrum mit seinen Begegnungsmöglichkeiten - auch in Selbsthilfegruppen, schafft ebenfalls neue  Perspektiven und Aktivitäten.

Je nach Lage des Falles finden Einzel-, Paar- oder / und Familienberatungen statt.

In einem Erstgespräch wird gemeinsam überlegt, wie es am besten und sinnvollsten weitergeht.

Auch sind gemeinsame Beratungen in Gruppen möglich (z. B. 4-5 Paare gehen gemeinsam der Frage nach, wie der zu den erwachsenen Kindern abgebrochenen Kontakt wieder gebessert werden kann oder eine Gruppe findet sich zum  Austausch und zur Trauerarbeit darüber, wie der Tod der eigenen Kinder verarbeitet und überwunden werden kann).

Von den Ratsuchenden wird eine Kostenbeteiligung als Spende nach freiwilliger Selbsteinschätzung erbeten.


zurück | letzte Änderung: 04. Oktober 2000, webmaster