Zeitungen des Jahres 2000, Ausgabe September:
 

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Auszugsweiser Vorabdruck:
DIE DORT DROBEN

Menschen und Häuser des Steglitzer Fichtenbergs von Andreas Grothusen.

Dieses Buch erscheint demnächst; Vorbestellungen sind willkommen. Seine ISBN lautet: 3-926578-39-4, der Ladenpreis wird zwischen DM 19,80 und 24,80 liegen. Der Autor ist der Schauspieler Andreas Grothusen, der seit fünf Jahrzehnten auf dem Steglitzer Fichtenberg wohnt und dort Viele und Vieles kennt.

6. Teil:
Die Parzellierung des Fichtenbergs vor 128 Jahren

Zu einem Verkaufsplan, den Fichtenberg „im Ganzen oder in 29 einzelnen Parzellen im Wege des öffentlichen Meistgebotes“ anzubieten, kam es nicht. Aber zwei Jahre später, 1872, war es so weit. Ein Stück selbständiger, unverfälschter Landschaft, der größte Teil des herrlichen Schloßparks, den man eigentlich nur mit einer Erlaubnis von „Papa“ Wrangel betreten durfte, sollte zu bestehen aufhören. Ohne auf naturbedingte Gegebenheiten dieses Geländes einzugehen, sieht man einmal vom Kaiser-Wilhelm-Platz als ehemaligem Standort des geheimnisvollen Belvedere ab, hat der Königliche Katasterkontrolleur Pohl im Auftrage des Domainenfiskus ein dichtes Gitterwerk von 89 Parzellen und neuen Straßen gelegt. Schaut man sich seinen „Situationsplan von dem Königlichen Vorwerk Steglitz“ vom März 1872 an, so denkt man eher an den Stadtplan von Manhattan, als an die behutsame bauliche Erschließung eines Landschaftsgebiets. Im Norden begrenzt von der Grunewaldstraße, im Westen von der Feldmark der Domaine Dahlem, südlich von der Gemarkung Lichterfelde, von den Steglitzer Kirchenäckern und der kleinen Siedlung Neu-Lichterfelde, nach Südosten begrenzt durch die Rothenburgstraße, liegt der Fichtenberg parzelliert zu Kauf und Bebauung feil. Und etwas völlig Unerwartetes geschieht.’ So eng und kleinlich der Parzellierungsplan des Domainenfiskus auch angelegt ist, so großzügig wird von den wohlhabenden Bürgern gekauft. Die Käufer erwerben gleich mehrere Parzellen, so daß parkähnliche Gärten mit Teichen, Fontainen, Grotten und Pavillons entstehen können. Die ersten herrlichen Villen und Landhäuser werden gebaut. Es entsteht ein Gebiet, das durchaus als Äquivalent zum wilden Naturpark zu bezeichnen ist. Der sandige, kiefernbestandene Fichtenberg wird zu einem Zentrum der geistigen, wissenschaftlichen und kommerziellen Welt der beginnenden Gründerzeit, eigentlich wie kaum ein anderes Gebiet im Berliner Raum.

Fortsetzung folgt


zurück | letzte Änderung: 21. August 2000, webmaster