Zeitungen des Jahres 2001, Ausgabe Februar:
| ... | "Unterwegs"
heisst die Inzenierung des Theaters der Erfahrungen: Eine Putzfrau in den 20er Jahren beseitigt die Hakenkreuzschmie-rerein in der S-Bahn, eine engagierte alte Frau rüstet sich mit Lappen und Eimer aus, um im Jahre 2000 in Berlin das Gleiche zu tun - der Anfang und das Ende einer Collage gegen rechts, und mehr als das. Von Jung-Mädelgeschichten aus früheren Zeiten, über Mütter-Töchter-Knatsch zu allen Zeiten bis zu Mäd-chenproblemen von heute parlieren die verschiedensten Typen über die Bühne und werden aus dem weiblichen Blickwinkel verarbeitet. Blitzlichtartig streifen die kurzen Reisesequen-zen den jeweiligen Zeitgeist:
von der Zeit kurz vor der Machtergreifung, der Nazi-Zeit, dem Wiederaufbau
zunächst in geeinter, später geteilter Manier bis zur Vereinigung.
Das Programm entwickelte das Theater der Erfahrungen gemeinsam über
Improvisationen, mit denen Geschichten und Erfahrungen der Spielerinnen
ausgegraben, Gesehen-oder Gehörtes verarbeitet wurde. Dabei bot die
Ost-West-Mischung in der Gruppenkonstellation genauso wie der Altersunterschied
eine spannende Grundlage. Szenisch verdichtet, von den Lippen abgelesen
und frisch getextet zeichnet sich auch ein Stück Berliner Geschichte
ab, die an Schnodrigkeit und Mutterwitz nichts zu wünschen läßt.
Diskussionen nach der Auffüh-rung sind erwünscht.
Aufführung im Kulturpavillon Lankwitz
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