Zeitungen des Jahres 2001, Ausgabe März:


... Alkohol in der Arbeitswelt

Dieses Thema ist deshalb so wichtig und in der zurückliegenden Zeit überhaupt aufgegriffen worden, weil der Alkohol am Arbeitsplatrz insbesondere erhebliche volkswirtschaftliche Schäden verursacht. Hier geht man inzwischen von Schäden aus, die bei 1 Mio. DM pro 1000 Beschäftigte in einem Jahr liegen. Probleme tauchen auch dadurch auf, dass etwas bis zu 30% der Wege- und Arbeitsunfälle dem Alkoholkonsum der Mitarbeiter zuzuschreiben sind. Von den Unfällen einmal abgesehen, ist es für das betriebliche Klima und das Ansehen eines Unternehmens nicht gerade förderlich, wenn die Mitarbeiter am Arbeitsplatz Alkohol trinken. Eine ganz maßgebliche Einflussgröße sind die durch den Alkohol anfallenden zusätzlichen und möglicherweise auch länger dauernden Krankheitszeiten. Nachdem früher Vorgesetzte und andere Mitarbeiter des Thema am liebsten verschwiegen und verdrängt haben, ist es jetzt inzwischen häufiger in Firmen, Unternehmen, Verwaltungen klar geworden, dass es auch im Rahmen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers und aus Sorge um den betreffenden Mitarbeiter absolut notwendig ist, sich gemeinsam Gedanken zu machen und vor allem Lösungsmög-lichkeiten zu suchen und zu finden. 

Alkohol fördert auch die Erhöhung der Unfallgefah-ren und mindert die Fähigkeit, Leistungen zu erbringen und gerade hier kommt die Verantwortung der Vorgesetzten zum Tragen. Wir müssen sehen, dass wir Hilfen bieten und wir müssen dafür sorgen, dass der Mitarbeiter sieht, dass man sich um ihn kümmert und ihm dabei helfen will, wieder ohne Alkohol auszukommen. 

Neuere Statistiken haben ergeben, dass alkoholabhängige Mitarbeiter
- 16 mal häufigere Kurzfehlzeiten haben
- 2,5 mal länger krank sind
- 3,5 mal häufiger in Betriebsunfälle verwickelt sind und - 1,4 mal länger nach Unfällen fehlen als andere Mitarbeiter.
In Gesprächen mit alkoholgefährdeten Mitarbeitern ist es wichtig, deutlich zu machen, dass man ihnen Hilfe anbieten will, weil man in echter Sorge um sie ist und nicht, weil man ihnen Vorhaltungen machen will. Diese echte Sorge wird der Mitarbeiter im Gespräch selbst spüren und sich dann leichter öffnen und Vertrauen gewinnen. Der Vorgesetzte muss aber einrechnen, dass er zunächst einmal vom gefährdeten Mitarbeiter als Feind oder Gegner angesehen wird, der ihm sein Suchtmittel wegnehmen will. Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass das Gespräch geführt wird, wenn der Mitarbeiter nicht in alkoholisiertem Zustand ist. 

Die Aufnahme eines Gesprächs ist nur sinnvoll, wenn der Mitarbeiter nüchtern ist. Bei diesem Gedankenaustausch sollte es keine moralischen Bewertungen und nicht den erhobenen Zeigefinger geben. Vorwürfe sorgen ganz sicher dafür, dass der Mitarbeiter sich blitzschnell wieder verschließt. Bei diesem Gespräch muss auch dafür gesorgt werden, dass der Mitarbeiter den Ernst seiner Lage erkennt. Wenn man ganz deutlich macht, dass eine bestimmte Situation besteht und dass man auch das Thema Alkoholismus anspricht, dann weiß der Mitarbeiter, dass es keine weiteren Chancen für Verdrängen und Vertuschen des Problems gibt.

Das wird ihn aber andererseits eher dazu bringen, mit anderen an eine Problemlösung heranzugehen. Die Vorgesetzten müssen wegen der Bedeutung des dahinterstehenden Schicksals auch den Mut haben, lösungsgerichtete Gespräche im Interesse des Mitarbeiters zu führen. Möglicherweise ist es auch nötig, weitere Gespräche zu führen. Man darf sich auch durch zwischenzeitliche Widerstände nicht beirren lasssen. Man weiß ja, diese Gespräche sind der Start für eine Zukunft des Mitarbeiters ohne Alkoholprobleme. 

Das Sachgebiet "Alkohol in der Arbeitswelt - AIDA" der Guttempler in Berlin bietet daher Folgendes an: 

* Schulung betrieblilcher Suchtkrankenhelfer
* Seminare für Führungskräfte, Arbeitnehmervertre-ter, Mitarbeiter in Personalverwaltungen und besondere Zielgruppen wie z.B. Jugendliche und Auszubildende
* Beratung bei der Einführung von Programmen zur Suchtprävention im Betrieb

Wer zum Thema "Alkohol in der Arbeitswelt" Informationen benötigt, melde sich bitte unter folgenden Telefonnummern: 030 - 821 34 25 bzw. 030 - 78 72 43 07 oder 030 - 771 95 98. 

Auch zu diesem Thema aber auch zu anderen Themen im Zusammenhang mit Alkohol und Alkoholmissbrauch erhalten Sie Informationen jeden Montag in der Guttempler-Gemeinschaft Steglitz ab 19.00 Uhr im Nachbarschaftsheim Lankwitz, Hindenburgdamm 28 (Gutshaus Lichterfelde) - 
Tel. 844 10 474. 
Klaus R.C.Ciesielski
 
 

 


zurück | letzte Änderung: 28. Februar 2001, webmaster