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25 Jahre NHW e.V.
NHW (Nachbarschaft hilft Wohngemeinschaft)
ist seit 25 Jahren ein anerkannter freier Träger der Berliner Jugendhilfe.
Ansässig in Steglitz, bietet NHW Kindern und Jugendlichen, die nicht
in ihren Familien leben können, Schutz, Obdach und Beratung. Individuell
abgestimmte Lebensperspektiven werden im Betreuungs-prozeß gemeinsam
entwickelt. Derzeit betreut NHW über 60 Kinder und Jugendliche in
Wohn-gemeinschaften wie in Einzelwohnungen, in Wohngruppen mit innewohnenden
Erziehe-rInnen wie im Familienverbund.
Im Mai 1998 eröffnete der Verein das Nachbarschaftscafe "Cafe
Machbar" in der Johannes-Kirche als einen weiteren Versuch der Vernetzung
im Stadtteil und der Einbindung von Ehrenamtlichen. In den folgenden Jahren
führte NHW in dem ausrangierten Steglitzer Büchereibus das Projekt
"Bus Stop" - mobile Jugendarbeit und Beratung in der Thermome-tersiedlung
- durch und versuchte den Arbeits-bereich Ambulante Hilfen aufzubauen.
Geschichte:
25 Jahre NHW, das ist auch der Versuch, die programmatischen Schlagworte
Ehrenamt und Nachbarschaft mit Leben zu füllen. Ausgehend von der
Lichterfelder Johannes-Kirche fanden sich 1976 engagierte Gemeindeglieder
zusammen, denen es nicht genügte, lediglich über soziale Mißstände
zu "meckern", die vielmehr selbst aktiv werden wollten. Probleme
von Jugendlichen gab es schon 1976 nicht allein am Bahnhof Zoo, sondern
auch direkt "vor der Haustür". Verwurzelt in christlichen
Werten der Nächstenliebe und der Achtung des Ande-ren, ging man mit
der Gründung von NHW eine fruchtbare Verbindung mit jungen Sozialar-beiterInnen
ein, die einen in der Tradition der Arbeiter-, wie auch der 68er-Bewegung
stehenden Begriff der gesellschaftlichen Solidarität auf ihre Fahnen
geschrieben hatten. Linksliberales und christliches Weltbild vereinten
sich in der Suche nach Alternativen zur klassischen Heim-erziehung .
Das Besondere:
Nicht Profis suchten sich Ehrenamtliche zur Unterstützung, sondern
Ehrenamtliche haben sich Profis zur sozialpädagogischen Betreuung
von Kindern und Jugendlichen gesucht. Eine paritätische Mitbestimmung
der verschiedenen Arbeitsbereiche und der Ehrenamtlichen in unterschiedlichsten
NHW-Gremien verstand sich daher fast von selbst.
Im Zuge der NHW-Professionalisierung und diktiert von gestiegenen fachlich-administrativen
Anforderungen bei enger werdenden finanziellen Spielräumen, hat sich
das Schwergewicht inhaltlicher und programmatischer Arbeit nach und nach
von den Ehrenamtlichen hin zu den Sozialpädagogen verlagert.
NHW heute:
Eingebettet in einen nachdenklich stimmenden allgemeinen Paradigmenwechsel:
Weg vom So-zialstaatsgedanken hin zu einem neoliberalen Gesellschaftsverständnis,
lebt der Verein den Spagat zwischen ehrenamtlichem, nachbarschaftlichem
und demokratischem Engagement auf der einen und den Anforderungen des "sozialen
Marktes" an eine effiziente, output-orientierte Organisationsstruktur
auf der anderen Seite. NHW versucht sich in der spannenden Kür,
einen Jugendhilfeträger mit flexiblen Angeboten kostengünstig
im Wettbewerb zu "positionieren", ohne dabei auf bewährte
Standards fachlicher Arbeit zu verzichten und zugleich den ihn tragenden
Wertekanon zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Klaus Herrmann
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