Zeitungen des Jahres 2001, Ausgabe September:
| ... | Fragen zum Thema Fremd- und Zwangsarbeit in Steglitz-Zehlendorf
während der NS-Zeit
Für das Ausstellungsprojekt "Fremd-/ Zwangs-arbeit in Steglitz-Zehlendorf" sucht das Kultur- und Bibliotheksamtes Steglitz-Zehlendorf, Arbeitskreis Nationalsozialismus in Steglitz Material für eine Ausstellung. Der Arbeitskreis erarbeitet im Rahmen des Ausstellungsprojekts "Zwangsarbeit in Berlin während der NS-Zeit" (Träger: Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen) den Teil für Steglitz (z.T. auch Zehlendort). Die Ausstellung soll im Frühjahr 2002 gezeigt werden. Thematisiert wird auch die "Zwangsarbeit aus Sicht der Einwohner des Bezirks". Der Begriff "Zwangsarbeiter" umfasst hier sowohl zivile Zwangsarbeiter/innen, angeworbene Fremdar-beiter/innen als auch Kriegsgefangene. In diesem Zusammenhang hat der Arbeitskreis folgende Fragen: Welche Tätigkeiten mussten von den Fremd/ Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen ausgeführt werden? Wie wurden sie behandelt? Wer hat Fotos, auf denen - auch zufällig - Zwang-sarbeiter/innen zu sehen sind? Wer weiß etwas~ über Zwangsarbeiter/innen bei den Fir-men/Einrichtungen: Zeiss lkon / Telefunken / Löwe Opta / Spinn-stofffabrik Zehlendorf / Mix&Genest / Askania Werke / Krankenhaus Steglitz / Reichsbahn und Reichspost / Technische Nothilfe Wer hatte private/geschäftliche Kontakte zu Be-wohnern des Lagers in der Birkbuschstraße 53 oder anderer Lager? Wer weiß etwas über Verhaftungen und Verurteilungen bis zu Hinrichtungen von Zwangsarbeitern im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Plünderung (besonders nach Bombenangriffen), z.B. in den Straßen Vogelsang, Albrechtstraße und Spanische Allee? Wer erinnert sich an Zwangsarbeiterinnen, die als Haushaltshilfen beschäftigt waren? Es gab Zwangsarbeiterinnen, die in Steglitz-Zehlendorfer Krankenhäusern bzw. Lagern Kinder zur Welt brachten. Wer erinnert sich an solche Kinder und weiß, was aus ihnen geworden ist? Die Krankenhäuser"Waldfriede" und "RittbergKrankenhaus" sind hier besonders gefragt, sowie die Lager in der Goerzallee, am Dahlemer Weg und am Beeskowdamm. Bitte wenden Sie sich an das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Kultur-
und Biblio-theksamt, Frau Fürstenberg, Telefon 6321-2212. Auf Wunsch
werden Informationen vertraulich behandelt. |