Zeitungen des Jahres 2002, Ausgabe Juli:
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Zeitgemäße Ernährung
Diät- ein Begriff, der spontan mit Krankheit, Einschränkung, Verzicht und ähnlichen negativ assoziierten Begriffen verbunden ist. Er/sie muss nach einer bestimmten Diät leben. Dann ist meist schon sprichwörtlich das Kind in den Brunnen gefallen und es muss in geeigneter Form auf den streikenden Organismus reagiert werden. In vielen Gesprächen mit Menschen über deren lebenslange Eßgewohnheiten wird eins deutlich: eine nicht unerhebliche Anzahl braucht den (nicht mehr zu überhörenden) Warnschuss des Körpers: am Kochkurs teilnehmende Männer und Frauen nach dem Herzinfarkt im Rahmen der Reha; Diabetiker und Diabetikerinnen lernen mit ihrer Krankheit umzugehen, um neben den notwendigen Medikamenten ernährungsmäßig ihren Beitrag zu leisten. Wie hört sich für Sie der Begriff “Diät” an? Für mich recht ambivalent. Da schwingt schon das Einschränkende, wenn auf Dauer angelegt - oder das Überwinden, wenn lediglich zeitlich begrenzt vorgenommen, mit. Ein Nachschlagewerk informiert zum Stichwort Diät: “Von der üblichen Ernährung abweichende Kostform, bei der Zusammensetzung, Menge, auch Zubereitung der Nahrung zur Vermeidung oder Behandlung von Krankheiten (auch Übergewicht) den jeweiligen Erfordernissen angepasst sind.” Ja, warum denn eigentlich “ ... von der üblichen Ernährung abweichende Kostform ...”? Warum emanzipieren wir uns als Konsumenten nicht von Akustik-Designer entwickelten, verheißungsvoll knisternden Chipstüten, von zu fetten und zu süßen (Fertig) -produkten? Machen wir uns doch schlau! Informieren wir uns darüber, wie diese Nahrungsmittel uns langfristig verändern. Unsere Ernährung hat sich in den zurückliegenden hundert Jahren extrem verändert. Der Begriff ‘Zivilisationskrankheiten’ wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ II, Osteoporose ... wird ja berechtigter Weise mit den veränderten Eßgewohnheiten und dem Bewegungsmangel in Verbindung gebracht. Im Laufe unserer Entwicklungsgeschichte haben wir uns an eine bestimmte Ernährung angepasst. Hätten wir als Spezies Mensch sonst eine Überlebenschance gehabt? Der Blick auf die ursprüngliche Nahrung zeigt uns, auf welche Nahrungsmittel und Nährstoffe unser Körper ausgerichtet ist. Unsere Vorfahren ernährten sich überwiegend von frischen, pflanzlichen Nahrungsmitteln, Nüssen, Getreide, Hülsenfrüchten, Obst usw. Kohlenhydrate wurden in Form von Vollkorn verzehrt. Die raffinierte Variante und Zucker kamen kaum vor. Heute aber dominieren sie den Speiseplan. Ähnlich sieht es mit dem Fett aus. Die ursprüngliche Ernährung enthielt weniger Fett und der Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (gesundes Fett aus Pflanzenölen) war bis viermal so hoch wie der Anteil an gesättigtem Fett (ungesundes Fett tierischen Ursprungs). Heute wird zwei bis dreimal mehr gesättigtes Fett als ungesättigtes konsumiert. In der Ernährung der Vorfahren übertraf Kalzium und Magnesium das drei bis vierfache im Vergleich zum heute Üblichen. Sie enthielt über zehnmal ! so viel Kalium wie Natrium. Heute wird viermal mehr Natrium als Kalium gegessen. Insgesamt unterscheidet sich die sogenannte moderne Ernährung von der, mit der die Spezies Mensch groß geworden ist. Zeigt sich doch, dass wir von Natur aus NICHT auf raffinierte, fettige, übersüße, mit Salz und Lebensmittelzusätzen versehene Nahrung ausgelegt sind. Monika Janke, Heilpraktikerin |