Zeitungen des Jahres 2002, Ausgabe Juli:

 

 

 

50 Jahre Technisches Hilfswerk in Steglitz-Zehlendorf

Allerorten im Bezirk sind sie im Einsatz gewesen. Im Auftrag des Bezirksamt Steglitz Zehlendorf befestigte die Höhenrettungsgruppe des THW im Herbst 2001 den Wetterhahn an der Spitze des Rathauses. Heftige Herbststürme hatten ihn aus der Verankerung gerissen. Mit ihrem Krupp-Kran half das THW beim Aufbau eines Weihnachtsbaums in der Zehlendorfer Dorfaue, auch der Aufbau der Weihnachtsbeleuchtung in der Steglitzer Schloßstr, oder der Auf- und Abbau von Fahnenmasten in der Schlossstraße sind Leistungen, die der Ortsverband fast unbemerkt für den Bezirk leistet. Die Gasexplosion des Hauses der Lepsiusstr. 57 am 4. August 1998 gab traurigen Anlass für einen der Großeinsätze des THW im Bezirk. Schon 1993 war das THW für Aufräumungs- und Bergungsarbeiten beim Zugunglück kurz vor dem Bahnhof Wannsee zugegen. Geehrt wurde der Ortsverband vom Bezirksbürgermeister Herbert Weber für sein Engagement und Einsatz bei der Oder Hochwasser-Katastrophe im Sommer 1997.

Jetzt feiert das THW Steglitz-Zehlendorf sein 50-jähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsveranstaltung am 27.7. in der Steglitzer Schloßstr. Ecke Treitschkestraße. Der Bezirksverband Steglitz wurde am 27. Juli 1952 im Rathaus Friedenau zusammen mit dem Bezirksverband Schöneberg gegründet. Die ersten Jahre waren “Wanderjahre” für den THW-Ortsverband. Von einem Lagerplatz einer Baufirma in der Bismarckstraße zog der Ortsverband 1954 in die Wulffstrasse. Da diese Räume kurze Zeit später von der US - MP benötigt wurden, ging es weiter in den alten Pferdestall der Kasernen am Gardeschützenweg. Hier zog auch der Ortsverband Zehlendorf mit hinzu . 1961 zog das THW zum Schweizer Hof am Teltower Damm bis im Sommer 1963 dort Platz für die heutige John F. Kennedy Schule gemacht werden musste. Dann endlich fand sich das endgültige Domizil in dem ehemaligen Bäckereizentraleinkauf in der früheren Flak- Kasernenanlage Gallwitzallee 123 .

Die Unterkünfte auf diesem Gelände waren jedoch nicht ausreichend. Weitere Garagenhallen vom Vornutzer, dem benachbarten Krankenhaus, konnten übernommen werden. Diese wurden in den Jahren 1989-91 umgebaut. Aktenmäßiger Baubeginn war der 8. Mai 1989. Der Umbau erfolgte mit erheblichen Einschränkungen jedoch bei laufendem Betrieb der Dienststelle in mehreren Bauabschnitten. Die Übergabe der Gesamtanlage bzw. die Einweihung erfolgte dann am 25.Okt.1991 durch den Direktor des THW Herrn Henkel.

Aus dem Nachlass der US Army konnte für den Einfuhr-Umsatzsteuersatz von DM 75,- auf den Schrottwert ein 16 m hoher Übungsturm in der Mc Nair Kaserne gekauft werden. Der Umtransport und Neuaufbau erfolgte durch Unterstützung verschiedener Behörden und starkem Sponsoringeinwerben des Helfervereins des THW. Der Turm wurde nötig, da der alte Holzturm des LV-Übungsplatzes schon vor Jahren bei einem Sturm - plötzlich und unerwartet - auf den benachbarten Munitions- Bunker der Polizei kippte. Damit fehlte den Helfern eine geeignete Anleitemöglichkeit zur Ausbildung „Bergen aus Höhen und Tiefen“. 

In den achtziger Jahren existierte eine Mannschaft von Bergsportlern, die dem Ortsverband angehörten. Diese konnte man zwar nicht als Höhenrettungsgruppe bezeichnen, doch waren die Kollegen in der Lage, in schwierigen Einsatzlagen ohne Absturzgefahr helfen zu können. Im Jahre 2000 wurde daraus zusammen mit den Ortsverbänden aus Braunschweig und Hamburg ein Pilotprojekt, mit der Zielsetzung bis zum Jubiläumstermin im September eine ausgebildete Höhenrettungstruppe zusammen mit den Helfern aus Wilmersdorf / Charlottenburg aufstellen zu können. Diese kamen dann bei der Bergung des Wetterhahnes auf dem Steglitzer Rathaus zum Einsatz.


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