Zeitungen des Jahres 2002, Ausgabe Juni:


... Leben in der Gemeinde

Runhilt Dallmann (64) hat eine Tochter. 1973 ging das Kind in den Kindergarten der evangelischen Petrus-Giesensdorf Gemeinde. Und so kam Frau Dallmann in die Gemeinde und blieb dort. Früher als Fotolaborantin tätig, legte sie nach der Geburt ihrer Tochter die Arbeit nieder, denn ihr Kind war schwer krank. Heute, fast 30 Jahre später, ist sie noch immer ehrenamtlich tätig und ihre Tochter eine erwachsene Frau.
Angefangen hat sie die Arbeit mit einem Büchertisch auf Festen, wo sie christliche Literatur verkaufte. Die nächsten fünfzehn Jahre leitete sie einen Kindergottesdienst und wurde dann Gemeinderatsmitglied. Nun begann die Zeit der Seniorenarbeit, die sie allerdings nicht alleine meistern musste.
Gisela Meyer (56) kam 1981 als Krankenschwester halbtags in die Gemeinde, doch sollte es bei dieser Arbeit nicht bleiben. Bald begleitete sie Seniorengruppen auf Reisen, betreute die Pflegebedürftigen und konnte so ihr medizinisches Wissen auch ehrenamtlich einsetzen.
Heute arbeiten die beiden Frauen fest zusammen und ihnen gefällt was sie tun. Die Gemeinde hat ca. 11.000 Mitglieder und alle Menschen, die das 75. Lebensjahr überschritten haben, werden an ihrem Geburtstag von den beiden besucht. Das sind oft über 150 Besuche im Jahr. Als kleines Geschenk erhalten die “Geburtstagskinder” ein von Gisela Meyer und Runhilt Dallmann zusammengestelltes Heft voll von Geschichten und Gedichten. Zusätzlich organisieren sie alle vier Monate eine Geburtstagsparty für die zu feiernden Senioren. Und auch am Ende jeden Jahres wird gefeiert. Im Dezember gibt es eine Weihnachtsfeier und auch dann erstellen sie wieder ein Heft, das diesmal mit Geschichten gefüllt ist, die von der Weihnachtszeit handeln. Doch damit nicht genug. 2-3 mal im Jahr organisieren sie Halbtagesfahrten und Ausflüge für die Senioren und einmal im Jahr eine vierzehntägige Reise mit etwa 30 Senioren und Seniorinnen. Dann geht es z.B. an die Ostsee, die Elbe, in den Harz oder nach Westfalen.
Im Jahr 2000 bekam Frau Dallmann den Steglitz-Clip vom Bezirksbürgermeister überreicht, der sie damit für ihr Engagement für die ehrenamtliche Arbeit auszeichnete. Ein Jahr später erhielt auch Frau Meyer diesen Clip, nicht zuletzt weil sie ein ganz spezielles Fest initiiert hatte: “700 Jahre Giesendorf”. Das heutige Lichterfelde Süd und Ost waren früher ein kleiner Ort mit dem Namen Giesensdorf, das 1299 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Gisela Meyer plante nun eine 700 jährige Jubiläumsfeier und organisierte sie mit Hilfe von 20 weiteren Freiwilligen und in Zusammenarbeit mit der Giesensdorfer Grundschule. Vom 09.09.99 bis zum 19.09.99 wurde elf Tage lang mit vollem Programm gefeiert. Es fanden Konzerte, Wanderungen, Radfahrten, Sportturniere und sogar ein Ball statt und das Fest wurde ein großer Erfolg. 

Hannah Irmisch


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