Zeitungen des Jahres 1998, Ausgabe Dezember:

Miettips
im Nachbar-
Schaftsverein
Erfahrungen mit der Mieterberatung des Nachbarschaftsvereins Lankwitz

Ich hatte schon seit über einem Jahr Probleme mit meinem Vermieter. Im Juni 1997 wurden umfangreiche Bauarbeiten in dem Block, in dem ich wohne, durchgeführt. Dabei kam es zu diversen Schäden an und in meiner Parterre- Wohnung. So wurde unter anderem die Fassade neu gestaltet. Im Zuge dieser Maßnahme wurde meine eh schon altersschwache Balkonentwässerung total verstopft. Das hatte zur Folge, daß bei heftigen, starken Regengüssen mein Balkon überflutet wurde.

Seitdem hörte ich den Wetterbericht, bevor ich aus dem Haus ging. Außerdem wurde ich unruhig, wenn ich arbeiten war und ein heftiger Regenschauer niederging. Ich wurde sogar Nachts wach, wenn ich Regen hörte. Jegliche Reparaturversuche schlugen fehl, die Balkonentwässerung war und blieb dicht.

Als die Bauarbeiten beendet waren, ging ein Streit zwischen meinem Vermieter, dem Architekten und den beteiligten Firmen los. Währenddessen wurde ich immer wieder vertröstet. Ich dachte mehrmals daran einen Anwalt einzuschalten, aber bei meiner Rechtschutzversicherung muß ich die ersten 200 DM selbst übernehmen. Außerdem wollte ich keinen Anwalt durch eine solche Bagatelle reicher machen. Ferner hatte ich ebenfalls kein Interesse, einem Mieterverein beizutreten für eine einmalige Sache. Also blieb es bei meiner Untätigkeit, während die Schäden größer wurden. Mein unter dem Balkonzimmer liegender Keller wurde so feucht, daß einige Sachen dort zu schimmeln anfingen. Außerdem wurde die Wand im Balkonzimmer feucht und die Tapete löste sich ab.

Zu der Zeit tauchte ich beim Nachbarschaftsverein Lankwitz auf, um dort als Ehrenamtliche tätig zu werden, kam ich natürlich auch mit den anderen Angeboten und Aktivitäten des NVL in Kontakt. Dort werden Tips und Gespräche für Mieter jeden Mittwoch zwischen 18:00 und 20:00 Uhr angeboten. Ich vereinbarte einen Termin und ich bekam meine Beratung. Nach der Schilderung riet Dirk, der die Gespräche führt, mir sofort, eine Mietminderung um 15 % zu fordern. Ich merkte, daß er aus der Praxis kommt und hatte von Ihm einen kompetenten Eindruck. Er half mir auch, den groben Inhalt des Briefes an meinen Vermieter zu formulieren, denn mit diesen speziellen Formulierungen habe ich keine Erfahrung.

Diesen Brief brachte ich am nächsten Tag zu meinem Vermieter. Nach einigem Hin und Her wurde die Mietminderung für 2 Monate akzeptiert, denn mittlerweile liefen die Nachbesserungsarbeiten für die Sanierung an. Im Nachhinein habe ich mich geärgert, nicht schon früher Schritte eingeleitet zu haben, denn Mietminderungen sollen ja den Vermieter beflügeln, bauliche Mißstände an Wohnungen zu beheben. Ich jedenfalls kann Dirk, seine Tips und Gespräche für Mieter weiterempfehlen.

Ina Tietenberg

P.S. Der NVL hilft auch die Breife zu tippen, wenn der/ die betreffende Mieter/ Mieterin keinen Computer besitzt. Dirk schafft auch den Kontakt, wenn aus dem Problem mit dem Vermieter ein richtiger Fall für die Rechtsberatung durch einen Anwalt oder einem Mieterverein wird.


zurück | letzte Änderung: 30. November 1998, webmaster