
Zeitungen des Jahres 1998, Ausgabe September:
| Zwischen den Stühlen |
Zwischen den Stühlen 25 Jahre Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. - Veranstaltungen im September Viele Berliner haben die Bundesstraße 158 neu für sich entdeckt.. Sie führt über Bad Freienwalde zum Grenzübergang Hohenwutzen. Knapp 70 Kilometer von Berlin bis zur Oderbrücke. Das ist die kürzeste Verbindung für die Hauptstädter nach Polen. Bei schönem Wetter und an den Wochenenden staut sich vor dem Übergang der Verkehr. Man fährt billig einkaufen nach Polen, warum nicht. Manche fahren weiter, suchen touristische Leckerbissen oder wollen Bekannte und Freunde treffen. Es ist viel in Bewegung gekommen in den letzten Jahren, seit die Berliner Mauer und die anderen Barrieren des Kalten Krieges quer durch Europa gefallen sind. Neue Chancen, neue Probleme Diesen Chancen und Problemen im Verhältnis der beiden Länder zueinander widmet sich die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. (dpgb) Seit 25 Jahren bemüht man sich Vorurteile und Mißtrauen, Ängste und Überheblichkeiten abzubauen. Zu den Aktivitäten der dpgb gehören die Organisation von Ausstellungen, Vorträgen und Lesungen, Film-, Musik- und Theaterveranstaltungen. Studienreisen und Wochenendfahrten führen in das Nachbarland. Die Vermittlung deutsch-polnischer Städte- und Schulpartnerschaften sowie von polnischem Sprachunterricht in Berlin bilden einen weiteren Schwerpunkt der Vereinsarbeit, denn hier gibt es in ganz Berlin noch großen Nachholbedarf. Der deutsch-polnische Chor "Spotkanie" (deutsch: Begegnung, Treffen) der schon mehrfach nach Polen eingeladen wurde, ist ein Aushängeschild de r dpgb. Geübt wird immer dienstags im Steglitzer Gymnasium. Karitative Aktionen in Polen werden durch den "Klaus Hadaschick-Hilfsfonds" unterstützt, der aus Spenden von Mitgliedern und Freunden der dpgb getragen wird. Im Rahmen der Steglitzer Kulturtage "Spotkanie 98" (auch Deutsch-Polnische Woche in Steglitz) finden nun die kleinen Feiern zum 25jährigen Bestehen des Vereins statt. Am 12. September veranstaltet das Kulturamt Steglitz in Zusammenarbeit mit der dpgb einen Tag der Offenen Tür in der Schwartzschen Villa, Grunewaldstraße 55 (am U- und S-Bahnhof Steglitz). Mehrere deutsche und polnische Musik- und Theatergruppen mit ganz unterschiedlichen Stilrichtungen (Klassik, Klezmer, Electric Jazz, Kinderballett u. a.) sorgen für den unterhaltenden Rahmen. An Marktständen werden Holzschnitzarbeiten, Lebensmittel, Reiseinformationen, Literatur (in deutscher Sprache) und Kunstgewerbliches aus, von und über Polen angeboten. Die Moderatorin Sabine Kühn vom Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg wird nicht nur die Künstler vorstellen sondern auch kurze Gespräche mit Prominenten führen. Jerzy Marganski, Leiter der Außenstelle der polnischen Botschaft in Berlin, Slawomir Tryc, kommissarischer Leiter des polnischen Kulturinstituts in Berlin und die Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John haben ihr Kommen bereits zugesagt. Eingeladen ist auch Bürgermeisterin Christine Bergmann. Der Vorsitzende der dpgb, Christian Schröter, wird zusammen mit Stadtrat Thomas Härtel die Veranstaltung um 11.00 Uhr eröffnen Das Ende ist für 19.00 Uhr vorgesehen. Auch am folgenden Sonntag, dem 13. September, trifft man sich in der Schwartzschen Villa. Um 18.00 Uhr beginnt vor geladenen Gästen eine kleine Festveranstaltung zum 25jährigen Geburtstag der dpgb. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgt Prof. Jürgen Rasinski von der Hochschule für Musik. Nach Grußworten von Vertretern der Stadt Berlin, der Polnischen Botschaft und des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften wird der bekannte polnische Publizist und häufige ZEIT-Autor Adam Krzeminski, einiges Nachdenkliche zum aktuellen deutsch-polnischen Verhältnis vortragen. Ein kleiner Imbiß schließt sich an. Ein musikalischer Leckerbissen wird dann den Abend und die Jubiläumsfeierlichkeiten beschließen. "Zwischen den Stühlen" hat die in Berlin lebende polnische Chansonsängerin Celina Muza ihr starkes Programm genannt. Und zwei Stühle zieren auch das Programmplakat für "Spotkanie 98", auf der einen Lehne sieht man die polnische Nationalfarben weiß-rot, auf der anderen die deutschen. Anfragen: Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V., Osdorfer Straße 121, 12207 Berlin; Tel. 71 38 92 13, Fax 71 38 92 01. (Gerhard Weiduschat) |