
Zeitungen des Jahres 1999, Ausgabe Februar:
| Polizeiab- schnitt 46 |
zum Thema
DIE EIGENEN VIER WÄNDE SIND KEINE SICHERE BURG Ältere Menschen sind von Straßengewalt nicht stärker betroffen als der Rest der Bevölkerung. Trotzdem trauen sich viele ältere Menschen aus Angst vor Überfällen nicht auf die Straße. Tatsächlich aber werden Senioren häufiger in der scheinbaren Geborgenheit ihrer vier Wände von Tricktätern bestohlen als unterwegs von Gewalttätern überfallen. Die eigene Wohnung bietet den erhofften Schutz indes nur, wenn man keine Fremden hereinläßt. Die tägliche Berichterstattung über Kriminalität führt zu immer größerer Furcht, auf der Straße angepöbelt, angegriffen oder überfallen zu werden. Davor schützen scheinbar nur die eigenen vier Wände. Aber dieser Rückzug macht einsam und kostet Lebensqualität. Wenn dann unbekannte Besucher kommen, sind ältere Menschen oft um so dankbarer und öffnen ihnen bedenkenlos Tür und Tor. Damit rechnen die schwarzen Schafe unter den Haustürverkäufern ebenso wie Straftäterinnen und -täter, die Senioren in ihren Wohnungen bestehlen oder betrügen wollen. Sie müssen nur ein einziges Hindernis überwinden: die geschlossene oder gesperrte Tür. Dazu haben sie eine Vielzahl von Tricks auf Lager, mit denen sie meist eine hilfsbedürftige Lage oder eine amtliche Eigenschaft vortäuschen. Daher: Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Öffnen Sie die Tür nur mit vorgelegter Sperrkette oder vorgelegtem Sperrbügel. Bieten Sie bei angeblichen Notlagen an, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte hinaus zureichen, aber lassen Sie die Tür gesperrt. Lassen Sie sich von angeblichen Amtspersonen den Dienstausweis durch den Türspalt geben, prüfen Sie bei Licht und mit Brille. Rufen Sie beim geringsten Zweifel die Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Bitten Sie bei fremden Besuchern eine Person Ihres Vertrauens aus der Nachbarschaft hinzu, ohne die Wohnung zu verlassen oder bitten Sie Fremde wiederzukommen, wenn eine solche Vertrauensperson bei Ihnen ist. Unterschreiben Sie an der Haustür nichts, was Sie nicht ganz genau verstanden haben, und schon gar nicht unter Zeitdruck. Wenn Sie sich unterwegs unsicher fühlen: Unternehmen Sie Besorgungen und Besuche gemeinsam mit Nachbarn, Bekannten, Freunden oder Verwandten. Informieren Sie sich zu Ihrer Sicherheit: Der Kontaktbereichsbeamte wird Sie gerne beraten. Ihr PHK Andreas Braun |