
Zeitungen des Jahres 1999, Ausgabe April:
| Lankwitz | Die Bahn sagt ja - der Senat sagt nein ZUM S-BAHNHOF KAMENZER DAMM - Die Antwort der Verkehrsverwaltung auf die Unterschriftenliste - In der vielbesuchten Bürgerversammlung im Januar vorigen Jahres im Gemeindesaal der Dorfkirchengemeinde Lankwitz wurde der Bau eines S-Bahnhofes an der Strecke S2 am Kamenzer Damm im Lankwitz-Ost gefordert. Für den Wiederaufbau der Dresdener Eisenbahn müssen die Gleise der S-Bahnlinie neu verlegt werden. Dabei könnte ein Bahnhof für Lankwitz und Mariendorf am Kamenzer Damm unter der Lankwitzer Brücke errichtet werden. Für einen Bahnhof, der im übrigen schon lange geplant ist, gibt es im Wohngebiet ein dringendes Bedürfnis. In der Bürgerversammlung hatten sich die Parteien in der BVV Steglitz für den Bahnhof ausgesprochen. Auch die Vertreter der Deutschen Bahn waren am Bau eines Bahnhof interessiert; dieser hätte aber von der Stadt Berlin in Auftrag gegeben werden müssen. Das hat der Senat abgelehnt. Die Bürgerinitiative für einen Bahnhof Kamenzer Damm hat nun im erforderlichen Planfeststellungsverfahren für den Wiederaufbau der Dresdener Bahn erneut ihre Forderung gestellt, vergebens. Die Bahnvertreter verwiesen wieder auf den fehlenden Auftrag der Stadt hin, da die Errichtung eines bisher nicht vorhandenen S-Bahnhaltepunktes keine zwangsläufige Folgemaßnahme des Bauvorhabens wäre. Die Bürger sollten sich wegen der Kostenübernahme an das Land Berlin wenden. Das ist geschehen. Dem Bau- und Verkehrssenator Klemann sind die auf der Bürgerversammlung gesammelten Unterschriftenlisten gesandt worden. Der Senator hat jetzt in seiner Antwort den Bau des S-Bahnhofes wieder abgelehnt. Begründet wurde die Absage mit einem ungenügenden Verkehrsaufkommen. Die Behörde hat weniger als 3000 Fahrgäste am Tag prognostiziert. Diese Zahl wird von der Bürgerinitiative bestritten. Der Senator wies aber darauf hin, daß die Deutsche Bahn AG beim Wiederaufbau der Dresdener Bahn den Bahnhofsstandort berücksichtigen werde, ein Bahnhof könne kostengünstig nachträglich eingebaut werden. Mit einer Bebauung des ehemaligen Gaswerkes Mariendorf könnte es den Bahnhof geben. Klemann schreibt hierzu: "Sollte sich allerdings die künftige Nutzung des ehemaligen GASAG-Geländes konkretisieren und im Umfeld des geplanten Bahnhofs hochwertige Wohn- und Gewerbenutzung in entsprechendem Umfang realisiert werden, wird das Land Berlin die Prioritätenreihung der S-Bahnvorhaben überprüfen und ggf. unter Voraussetzung einer gesicherten Finanzierung der DB AG gegenüber als Besteller für den Bahnhof Kamenzer Damm auftreten." Das heißt im Klartext: mit dem Bahnhof ist auch im nächsten Jahrzehnt nicht zu rechnen. Die Bürgerinitiative jedenfalls bleibt am Ball. für die BI: Wolfgang Friese |