
Zeitungen des Jahres 1999, Ausgabe April:
| ein neues Projekt von NHW | Bus-Stop Mobile Jugendarbeit / Jugendberatung in Lichterfelde Mit dem Start seines neuen Projektes Bus-Stop - Mobile Jugendarbeit / Jugendberatung wendet sich der gemeinnützige Verein NHW (Nachbarschaft hilft Wohngemeinschaft) an die Jugend im Bezirk. Jugendarbeit und Jugendberatung wird direkt und unmittelbar im Lebensumfeld der jungen Menschen angeboten. "Bus-Stop" arbeitet als mobiles Freizeitangebot und als Ansprechpartner vor Ort und versteht sich als Bindeglied zwischen den Jugendlichen und Behörden, Schulen, Arbeitgebern und natürlich den Eltern. Der Verein NHW arbeitet seit 22 Jahren als freier Träger der Berliner Jugendhilfe im Bezirk Steglitz und hat sich die Entwicklung von Alternativen zur Heimerziehung zum Ziel gesetzt. Er bietet derzeit 22 Kinderschutzstellen zur Krisenunterbringung kleiner Kinder an. Schulkinder werden in einer Erziehungswohngruppe beherbergt, in der die Kinder gemeinsam mit einem Sozialpädagogenehepaar aufwachsen. Und in sozialpädagogisch betreuten Jugendwohngemeinschaften und Einzelwohnungen leben 40 Jugendliche unter dem Dach NHW. Darüber hinaus rückte in den vergangenen Jahren die stadtteilorientierte Gemeinwesenarbeit stärker in den Vordergrund. Das von ehrenamtlicher Mitarbeit getragene "Café Machbar" am Lichterfelder Johanneskirchplatz eröffnete 1998 als nachbarschaftliche Begegnungsstätte. Neben den Service-Angeboten der Nachbarschaftshilfe bietet die Sozialpädagogin Tanja Dannenberg von Bus-Stop/NHW ein wöchentliches Mädchencafé an (Do. 17-20 Uhr). Das Café ist in dieser Zeit ausschließlich für Mädchen und junge Frauen geöffnet Das Angebot ist offen, richtet sich nach den Wünschen der Besucherinnen und läßt neben Gruppenarbeit, Gesprächskreisen und gemeinsamen Aktivitäten auch Einzelgespräche und individuelle Beratung zu. Mit dem Aufbau seines neuen Projekts einer mobilen Jugendberatung Bus-Stop verfolgt der Verein NHW diesen Weg konsequent weiter. Tanja Dannenberg, Jürgen Bischof (SozialpädagogInn) und Klaus Herrmann (Sozialwissenschaftler) unternahmen ausgiebige Stadteilbegehungen im Bezirk Steglitz, erkundeten lokale Gegebenheiten und soziale Brennpunkte, sprachen mit Anwohnern, mit Pfarrern und Gemeinwesenarbeitern, mit Psychologen und Sozialarbeitern. Der Bereich Lankwitz ist durch die Arbeit des Nachbarschaftsvereines Lankwitz und durch die Streetworker des Projektes "Outreach" in ausreichender Weise versorgt. Das Team Bus-Stop wird den Schwerpunkt seiner Jugendarbeit daher vorrangig auf den Bereich Lichterfelde-Süd konzentrieren. Erster Bus - Stop Stützpunkt der Jugendberatung sind die Räumlichkeiten und der Parkplatz der Giesensdorfer Gemeinde in der Celsiusstraße. Weitere Stützpunkte werden mit unseren Kooperationspartnern abgestimmt. Aber auch vor dem Einkaufszentrum der Thermometersiedlung nahe des Nachbarschaftszentrums "Altes Waschhaus" wird Bus Stop mit einem Bus-Stop -"Pavillion" zu finden sein. Spezielle Treff- und Beratungsangebote für Mädchen und junge Frauen finden sich neben dem Café Machbar auch im BELLA, Ostpreußendamm und in der Giesensdorfer Gemeinde. Mobile Jugendberatung informiert und berät Jugendliche in Bereichen rund um die Themen Familie/ Partnerschaften/ Beziehungen, Schule/ Ausbildung/ Beruf, Obdachlosigkeit/ Jugendwohngemeinschaft/ Heim, Gesundheit, Sucht/ Drogen u.v.m. Wichtig ist dabei, daß die Beratung vertraulich und auf Wunsch anonym erfolgt. Auch Kontakte zu spezialisierten Einrichtungen oder zum Jugendamt werden vermittelt. Die Kooperation mit anderen, vor Ort tätigen Personen und Einrichtungen ist Teil der Konzeption: Nur ein Miteinander macht Sinn im Aufbau eines solchen Projektes. Ohne freiwillige Mitarbeit der Jugendlichen ist ein solches Unterfangen weder möglich noch sinnvoll. Die Beteiligung der Jugendlichen ist ausdrücklich erwünscht. Eine aktive Mitgestaltung verspricht über das gemeinsame Engagement für eine bestimmte Aufgabe hinaus, deren Integration in eine Gruppe, das Lernen konstruktiver Konfliktlösungsstrategien, sowie die Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls. Mobile Jugendberatung ist an keinen festen Ort gebunden. Zu unterschiedlichen Zeiten werden an verschiedenen Standorten auf Straßen und Plätzen Pavillonzelte, Tische und Bänke aufgestellt. In naher Zukunft wird ein Bus zur Verfügung stehen, in dem eine Teestube für Gespräche und Beratung eingerichtet wird, mit dem Freizeitprojekte wie Fahrradtouren oder Ausflüge in das Berliner Umland möglich werden. Alle Projekte wie Reisen, Treffs, Café, Beratung können je nach Bedarf ausgebaut, verändert oder auch wieder aufgegeben werden. Mobile Jugendberatung ist in jeder Hinsicht flexibel und reagiert auf sich verändernde Bedürfnisse. Kennenlernen können Sie Bus Stop auf dem Frühlingsfest der Giesensdorfer Gemeinde am 25. April ab 15.00 Uhr in der Thermometersiedlung. |