
Zeitungen des Jahres 1999, Ausgabe April:
| Serie St. Marien KH stellt sich vor | Die Rettungsstelle und Erste Hilfe
Eine bedeutende Schnittstelle des St. Marien-Krankenhauses mit seiner Umgebung stellt die Erste Hil-fe/Notfallaufnahme dar. Verantwortlich für die ärztliche Versorgung in der Ersten Hilfe zeichnet der Chefarzt der Unfallchirurgischen Abteilung, Herr Dr. med. Johannes Knipprath. Die pflegerische Lei-tung nimmt Frau Heike Reichelt wahr. In der Ersten Hilfe können allgemein- und unfallchirurgische sowie internistische Patienten und Patien-tinnen versorgt werden. Im allgemeinchirurgischen Bereich werden z.B. Erkrankungen des Bauchraumes, des Brustkorbes und des Gefäßsystems behandelt. Je nach Schwere der Erkrankung ist ein stationärer Aufenthalt erforder-lich. Viele Patienten der allgemeinchirurgischen Abteilung müssen sich einer Operation unterziehen. Die Unfallchirurgen versorgen Verletzungen und Wunden, die ein Mensch bei Unfällen verschiedenster Art erleiden kann. Hier spielen Knochenbrüche eine besondere Rolle. Nicht immer reicht es aus, einen gebrochenen Knochen mit einem Gips zu versorgen und den Patienten mit dieser Versorgung nach Hau-se zu entlassen. Recht häufig verkürzt eine operative Versorgung den Heilungsverlauf nach einem Kno-chenbruch erheblich. Das St. Marien-Krankenhaus verfügt über die Zulassung der Berufsgenossenschaften, all jene Personen zu versorgen, die im Zusammenhang mit ihrer Berufstätigkeit, in der Schule oder im Kindergarten einen Unfall hatten. Für solche Patienten wurde eine tägliche Sprechstunde eingerichtet, in der die Verletzun-gen bis zur Heilung versorgt werden. Diese Sprechstunde führt der Chefarzt Herr Dr. Knipprath durch. Bei manchen Verletzungen oder hochakuten Erkrankungen des Bauchraumes ist eine sofortige Operati-on erforderlich. Solche Eingriffe haben vielfach lebensrettenden Charakter. Meist verschaffen sie den Patienten eine schnelle Linderung ihrer Leiden. Viele Eingriffe sind dagegen auch planbar. In einem solchen Fall wird in der Ersten Hilfe die vor- und nachstationäre Versorgung durchgeführt. Die Ärztinnen und Ärzte der Inneren Medizin behandeln Erkrankungen der inneren Organe. Dieses Be-handlungsspektrum ist ebenfalls recht breit gefächert. Sollte ein stationärer Aufenthalt notwendig sein, stehen der Inneren Abteilung drei Stationen Innere Medizin und zwei Stationen Akut-Geriatrie zur Ver-fügung. Bei schwerwiegenden internistischern Erkrankungen ist zuweilen eine intensivmedizinische Ver-sorgung unabdingbar. Bei Patienten nach einem Herzinfarkt werden in der Ersten Hilfe lebensrettende Sofortmaßnahmen durchgeführt. Die weitere Versorgung übernimmt die Intensivstation. Die Erste Hilfe des St. Marien-Krankenhauses ist schon seit einigen Jahren Anlaufpunkt für die Bewoh-ner des Stadtteils Lankwitz. Viele Patienten suchen die Erste Hilfe zu Fuß auf, weil sie hier medizini-sche Hilfe und Betreuung rund um die Uhr finden. Auch für die Feuerwehr steht die Erste Hilfe 24 Stunden am Tag als Anlaufstelle zur Verfügung. Andere Patienten werden mit dem Krankentransport eingeliefert. Es können nicht alle Erkrankungen in der Ersten Hilfe ambulant bzw. im St. Marien-Krankenhaus sta-tionär versorgt werden. Manchmal ist die Betreuung durch eine Fachdisziplin erforderlich, über die das Krankenhaus nicht verfügt. In einem solchen Fall werden die Patienten in eine Klinik weitergeleitet, in der entsprechende Fachärzte tätig sind. Es gibt im St. Marien-Krankenhaus z.B. keine Kinderklinik. Die kleinen Mitbürger können in aller Regel nach Unfällen und Verletzungen versorgt werden. Bei Kinder-krankheiten ist es allerdings meist sinnvoll, einen Facharzt für Kinderheilkunde aufzusuchen. Das Team der Ersten Hilfe setzt sich aus 15 Krankenschwestern und -pflegern, zwei Arzthelferinnen und den jeweils diensthabenden Ärzten und Ärztinnen des chirurgischen und inneren Bereiches zusam-men. Mindestens zwei pflegerische Mitarbeiterinnen sind rund um die Uhr anwesend. Die Arzthelferin-nen übernehmen zur Tageszeit die Anmeldung der Patienten. Somit stehen die Pflegekräfte unmittelbar für die Versorgung der Patienten zur Verfügung. Die Erste Hilfe ist ein wichtiges Aushängeschild des St. Marien-Krankenhauses. Für viele Patienten findet hier der erste Kontakt mit dem Krankenhaus statt. Niemand sucht gern die Erste Hilfe auf. Die Menschen kommen, weil sie Hilfe suchen. Das erfordert viel Einfühlungsvermögen und eine hohe Fach-kompetenz. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, schulen die Mitarbeiter der Abteilung seit Jahren ihre fachlichen und menschlichen Kompetenzen in internen und externen Fortbildungen. Eine verbesserte Zusammenarbeit innerhalb unseres Krankenhauses mit den Stationen und funktions-diagnostischen Abteilungen trägt dazu bei, die Qualität der Patientenversorgung zu halten und zu erhö-hen. Seit Jahren versorgt das Team der Ersten Hilfe Notfälle mit steigender Tendenz. In Anbetracht der teils prekären Entwicklungen in der Berliner Krankenhauslandschaft sind die Mitarbeiter der Ersten Hilfe stolz, sich diesem Anspruch in der zurückliegenden Zeit erfolgreich gewachsen gezeigt zu haben. Für die Patienten ist die persönliche und zugewandte Atmosphäre in der Ersten Hilfe zu einem Marken-zeichen der Versorgung geworden. |