
Zeitungen des Jahres 1999, Ausgabe März:
| Serie Ausbildungs- plätze |
Was machen eigentlich Maler und Lackierer?
"Wer will fleißige Handwerker sehen, der muß zu den Malern gehn . . .". Wer kennt es nicht dieses Lied aus der Kindheit. Fleißig sind sie wohl, die Maler und Lackierer. Sie gestalten Fassaden und Innenräume bei Neubauten und Renovierungen. Sie streichen Wände, Decken, Fenster und Türen, tapezieren und verlegen Teppichböden. Maler und Lackierer wählen kreativ Farben aus, um Räumen eine angenehme Atmosphäre zu geben oder das Stadtbild zu verschönern. Ihre Tätigkeiten erstrecken sich heutzutage aber auch auf das Anbringen von Wärmedämmungen und Brandschutzbeschichtungen. Mit ihrer Arbeit tragen sie auch zur Erhaltung denkmalgeschützter Objekte und Bauwerke bei. Alte dekorative Techniken wie das Marmorieren, Maserieren, Schablonieren oder Vergolden sind ihnen nicht fremd. Im Gegensatz zu den Malern sind die Lackierer häufig mit dem Lackieren von Fahrzeugen beschäftigt. Sie führen Reparaturen genauso wie Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelungen durch. Von Kunden gewünschte individuelle Designlackierungen fordern dabei ihre Kreativität. Um diese breit gefächerten Arbeiten fachgerecht ausführen zu können, bedarf es guter Kenntnisse der Eigenschaften der unterschiedlichsten Untergründe wie Holz, Putz, Stein, Kunststoff, Stahl oder auch Papier. Diese Kenntnisse erwerben die Auszubildenden in der dreijährigen Ausbildung. Sie spezialisieren sich auf einen der Schwerpunkte Maler oder Fahrzeuglackierer. Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Haupt- oder Realschulabschluß. Für den Geschäftsführer der Firma Micolor GmbH Herrn Klaus-Peter Mielke müssen die Bewerber noch dazu gut rechnen können. Dies ist für die Kalkulation des Materialbedarfs und der Kosten unerläßlich. Neben einer allgemein guten Gesundheit sollten sie vor allem Schwindelfrei sein, um ihre Arbeit auch auf einem Baugerüst in großen Höhen fachgerecht und zuverlässig ausführen zu können. Ebenso sollten die Bewerber handwerklich interessiert sein und sich künstlerisch kreativ betätigen. Bestandteile der Ausbildung bei Micolor sind neben der Theorie in der Berufsschule, die Handhabung des einzusetzenden Werkzeugs, das Vorarbeiten von Untergründen, das Schützen von Bauteilen, das Kleben von Glasfasergewebe und sonstigen Tapeten, der Anstrich von Decken und Wänden, die Beschichtung von Metallen, Holz sowie Tür- und Fensterflächen und der Einsatz von Wärmedämmverbundsystemen. Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung können sich die Maler und Lackierer zum Maler- und Lackierermeister und anschließend zum Betriebswirt des Handwerks weiterbilden. Ebenso steht ihnen der Weg über den staatlich geprüften Techniker für Farb- und Lacktechnik zum Technischen Betriebswirt offen. Für künstlerisch ambitionierte Maler- und Lackierer ist die Qualifizierung zum staatlich geprüften Gestalter für Farb- und Lacktechnik oder aber zum Restaurator im Maler- und Lackiererhandwerk möglich. Der Geschäftsführer Klaus-Peter Mielke kann jungen Leuten diese abwechslungsreiche und kreative Tätigkeit nur empfehlen. Ihm gefällt an seinem Beruf, den er bereits in den sechziger Jahren erlernte, vor allem die fachgerechte Betreuung und Beratung der Kunden. Diesen Kundenservice zuverlässig und nach seinen Vorstellungen ausführen zu können, war für ihn ein Impuls gemeinsam mit einem Geschäftspartner 1994 die Firma Micolor zu gründen. Heute sind in der Firma 22 Mitarbeiter beschäftigt. Sie führen Maler- und Tapezierarbeiten für innen und außen durch. Ihre Auftraggeber kommen aus dem privaten genauso wie aus dem öffentlichen Bereich. Die derzeit sieben Auszubildenden werden von Herrn Mielke persönlich, dem Meister aber auch von den Gesellen ausgebildet. Sie motiviert es, den Jugendlichen eine Perspektive zu geben und Ihnen die Integration ins Berufsleben zu ermöglichen. |