
Zeitungen des Jahres 1999, Ausgabe Mai:
| Steglitz | Nachbarschaftsheim Steglitz schließt
Im 51´sten Jahr seines Bestehen schließt das Nachbarschaftsheim Steglitz am Hindenburgdamm 28 („Carstenn - Schlößchen“) für immer die Tore. Als Reaktion auf die seit Januar 1999 veränderte Förderungsstruktur der Berliner Nachbarschaftsheime und Selbsthilfekontaktstellen kündigte der Vorstand des Nachbarschaftsheimes im Februar die baldige Betriebsschließung an. Im März wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet. Die im Haus befindliche Kindertagesstätte soll nach dem Willen von Eltern, Senatsverwaltung und Bezirksamt auf jeden Fall erhalten bleiben. Der Nachbarschaftsverein Lankwitz e.V. hat seine Bereitschaft zur Übernahme der Kita erklärt und ist wegen des weiteren Verfahrens (Betriebserlaubnis durch Kitaaufsicht, Finanzierung etc.) in Verhandlung mit der Senatsjugendverwaltung. Die betroffenen Eltern, die sich vom Nachbarschaftsheim Steglitz in dieser Situation vollkommen im Stich gelassen sehen, treffen sich wöchentlich im Nachbarschaftszentrum Lankwitz. Denn vor allem die Eltern haben darunter zu leiden, daß der Verein Nachbarschaftsheim Steglitz e.V. alles nur erdenkliche unternimmt, um zu verhindern, daß nach ihnen irgend jemand anderes in diesem Haus weiterarbeitet: Druck auf Eltern, die mit dem Nachbarschaftsverein Lankwitz in Kontakt stehen - bis hin zu Hausverboten, gezielte Falschinformationen zum Trägerwechsel und ein ständiges Hin- und Her bezüglich des tatsächlichen Termins der Schließung der Kita. Nun scheint allerdings festzustehen, daß der 31. Mai 1999 definitiv der letzte Tag sein wird. So jedenfalls Äußerungen des NBH Steglitz gegenüber Senat, Bezirksamt und Presse. Das Verhalten des Nachbarschaftsheim Steglitz wird zwar allgemein als „menschlich verständlich“ (denn in der Tat haben hier Mitarbeiter(innen) über viele Jahre hinweg viel Arbeit und Lebenszeit investiert ) aber vollkommen unkooperativ und unprofessionell bezeichnet. Sehr zum Schaden der betroffenen Menschen. Und sehr zum Schaden des Ansehens der Berliner Nachbarschaftsheime. Die Vertreter der Steglitzer Bezirkspolitik jedenfalls wollen nun endlich Nägel mit Köpfen: In einem Antrag für die März - Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wird das Bezirksamt ersucht, konkrete Verhandlungen z.B. mit dem Nachbarschaftsverein Lankwitz und dem „Alten Waschhaus“ (als mögliche gemeinsame Träger) aufzunehmen, um sicherzustellen, daß am Hindenburgdamm durch diese Vereine sinnvolle Angebote für die Steglitzer und Steglitzerinnen geschaffen werden. In seiner April - Sitzung hat der Sozialausschuss der BVV dem Antrag einstimmig zugestimmt . Wir werden weiter berichten. |