\ www.berlin-suedwest.de \ aktuell \  31.10.2003
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Projekt zur Förderung von gesunder Lebensweise und zur Vorbeugung von Übergewicht an Zehlendorfer Grundschulen ZAPP (Zehlendorfer Adipositas Präventions-Projekt)

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen hat in den westlichen Industriestaaten epidemische Ausmaße angenommen: 1o - 2o % der Schulkinder sind zu dick, mehr als die Hälfte dieser "dicken" Kinder werden übergewichtige Erwachsene mit erhöhtem Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauferkrankungen. Will man einen gesunden Lebensstil im Erwachsenenalter erreichen, so muss schon die Zielgruppe Kinder und Jugendliche intensiv in die Prävention einbezogen werden; denn langfristige Behandlungserfolge beim Übergewicht sind selten. Kinder im Grundschulalter sind besonders aufnahmebereit und lernen durch Einflüsse von Eltern und Gleichaltrigen ihren späteren Lebensstil. Unser Projekt zielt daher auf das Erlernen gesundheitsfördernden Verhaltens zu Hause und in der Schule.

Beginnend mit dem Schuljahr 2oo3/o4 in den ersten Klassen von zwei Zehlendorfer Grundschulen wollen wir über 4 Jahre Kindern und Eltern Zusammenhänge zwischen gesunder Lebensweise, Ernährung und Bewegung verdeutlichen. Im Unterricht und in den Pausen werden mehr Bewegungsangebote eingeführt; das Wissen um eine ausgewogene Ernährung und gesundes Essverhalten soll altersgerecht in definierten Unterrichtseinheiten vermittelt werden. In einer "Elternschule" werden eine Ernährungsberaterin und eine Psychologin der Charitè-Kinderklinik weitere Informationen zu gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen im familiären Umfeld geben. Mitarbeiter der Humboldt-Universität Berlin werden die körperliche Leistungsfähigkeit der Kinder in jährlichem Abstand bestimmen. Um einen möglichen Effekt der Interventionsmaßnahmen beurteilen zu können, werden zusätzlich Schüler untersucht, die keine spezifischen Maßnahmen in den Schulen erhalten. Die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung erfolgt durch die Humboldt-Universität Berlin.

Dieses Projekt wird finanziell und personell unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V., von der Berliner Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen, von der Unfallkasse Berlin, von der Berliner Bank, von der Adler-Apotheke (Zehlendorf) und von der Humboldt-Universität Berlin.
Koordiniert wird das Projekt durch den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Steglitz-Zehlendorf.