
Der Mauerfall im Südwesten Berlins - Fotoausstellung an der Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf zum 20. Jahrestag
In
diesem Jahr unternehmen alle Berliner Volkshochschulen in einer Reihe
„20 Jahre „nicht ganz ohne …“, den Versuch eine Bestandsaufnahme: „Ist
die Mauer schon aus allen Köpfen verschwunden?“ Die
Victor-Gollancz-Volkshochschule beteiligt sich an dieser kritischen
Bestandsaufnahme mit einer Fotoausstellung, einer Zeitzeugen-Talkrunde
und einer Filmvorführung im „Haus der Weiterbildung“ / Rathaus
Lichterfelde.
Mit Willy Brandts Grundlagenvertrag öffnete sich
1972 die Mauer für die Bürgerinnen und Bürgern von Berlin (West) zu
Privatreisen in das gesamte Gebiet der DDR. Im Südwesten Berlins gab es
aber ein Handicap: zwischen dem Kontrollpunkt Drewitz bei Potsdam und
dem Kontrollpunkt Woltersdorfer Chaussee zum Flughafen Schönefeld war
die Grenze auf eine Länge von fast 50 km undurchlässig. Für einen
Ausflug von Lichterfelde ins drei Kilometer benachbarte Teltow
bedeutete das einen Umweg von 60 km. So öffnete der Mauerfall den
Zugang zu fast vergessenen Orten, die hinter dem Teltowkanal wie
versunkene Schiffe wieder auftauchten.
Der Diplom-Psychologe
Manfred Neumann verbrachte - nach der Flucht in den Westen drei Monate
vor dem Mauerbau - seine gesamte Jugend in Lichterfelde und
fotografierte seit seinem zehnten Lebensjahr. Er zeigt seine
Amateur-Fotos von Alltagsszenen vieler Jahre mit der Mauer, von den
Grenzbefestigungen und ihrem Fall vor allem in Lichterfelde und auf der
Glienicker Brücke.
Die Ausstellung wird begleitet von einem
Gesprächsnachmittag mit ZeitzeugInnen und einem köstlich-heiteren Film
über verzwickte Grenzübergangsgeschichten: „Meier“, 1986 gedreht von
DDR-Übersiedlern in Berlin (West). Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.
Vernissage: Samstag, 19.9.2009, 17 Uhr Manfred Neumann, Lichterfelde: Einführung in die Ausstellung
Samstag, 10.10.2009, 17 Uhr Zeitzeugen-Talkrunde mit LichterfelderInnen und TeltowerInnen, Moderation: Manfred Neumann
Samstag, 14.11.2009, 17 Uhr „Meier“, Film von Peter Timm, Berlin 1986, Einführung: Manfred Neumann

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