Ingrid Neuendorf, Eva Herborn
c/o Bürgerinitiative B101
, NachbarschaftsZentrum
Halbauer Weg 2
12247 Berlin

Herrn Staatssekretär Ingo Schmitt
Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr
Württembergische Straße 6
10707 Berlin

Berlin, den 24. November 1998

Betrifft:
geplanter Neubau der B101 zwischen Malteserstraße und Munsterdamm, bezugnehmend auf bisherige Briefe von Juni und September 1998

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Schmitt!

Nach der lebhaften öffentlichen Debatte der letzten Tage zum Thema B101 (Ausschußsitzung am 18.11.98 im Abgeordnetenhaus, Bürgerforum in Steglitz am 19.11.98) wenden wir uns heute an Sie persönlich.
Uns ist bekannt, daß Sie sich wiederholt für die schnelle Realisierung der B101 stark gemacht haben. Wir gehen davon aus, daß Sie sich politisch verantwortlich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.

Wir als direkt betroffene Anwohner, aber auch als Berliner Bürger, die sich für eine sinnvolle und menschenfreundliche Verkehrspolitik in dieser Stadt einsetzen, möchten nun mit Ihnen persönlich vor Ort bei einer Trassenbegehung strittige Punkte beispielsweise zur Möglichkeit städtebaulicher Neufassung diskutieren. Gerade weil die Planungen zu dieser Straße schon so alt sind, halten wir es für wichtig, die gesamte Trasse mit den heutigen Lebensstrukturen und Wohnbedingungen zu besichtigen. Als sehr informativ hat sich eine solche Trassenbegehung mit Ihren Kollegen Dr. Stimman aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz am 8.9.98 erwiesen.

Die vor Ihrem Haus vorgelegte Variantenuntersuchung wurde heftig kritisiert und deshalb von keiner Fraktion im Abgeordnetenhaus in dieser Form akzeptiert!
Auch in der Bevölkerung gibt es breite Ablehnung gegen das Bauvorhaben (über 10000 Unterschriften!!). Deshalb fordern wir Sie nachdrücklich auf, alle Planungen zu stoppen und insbesondere kein Umwidmungsverfahren beim Bund herbeizuführen!

Wir hoffen diesmal auf persönlichen Kontakt mit Ihnen - frühere Briefe der Bürgerinitiative sowie von Einzelpersonen wurden bisher immer zur Bearbeitung an Ihre Verwaltung weitergegeben. Damit wollen wir uns nicht zufriedengeben!

Mit der Hoffnung auf baldige Antwort verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Eva Herborn,
Ingrid Neuendorf



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