Info Nr. 5

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

WAT NU?

Die B101: Kommt Sie? kommt Sie nicht? Soll nun die "normative Kraft des Faktischen" wirken oder auf Deutsch, soll die Karre laufen, bis nichts mehr geht und der Problemdruck irgendwelches Handeln der Berliner Politik erzwingt?

Andere handeln.

  • Brandenburg baut "seine B101" bis an die Stadtgrenze, Berlin hat gerade den Ausbau der Marienfelder Allee wegen Geldmangel zurückgestellt, nachdem der Bund seine Finanzierungszusage zurückgezogen hat!
  • Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Großbeeren wird unbeirrt zu einem der größten in Europa ausgebaut!
  • Die Bahn hat den Betrieb des millionenteuren, als großen logistischen Erfolg gefeierten Terminals im GVZ eingestellt!
  • Es gibt trotz aller Absichtserklärungen kein Angebot des Öüffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Nord-Süd-Richtung zwischen den Brandenburger Gemeinden und dem Berliner Stadtgebiet, stattdessen wird der Straßenbau forciert!

Der (unsägliche) Beschluss des alten Senats, eine neue, ebenerdige und stadtteilzerstörende Straße zwischen Kamenzer und Steglitzer Damm zu bauen, ist am widerstand der Bürgerinnen und Bürger, sowie aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien kläglich gescheitert. Und die Vorstellung der Steglitzer CDU, statt der oberirdischen Straße einen "Transittunnel" vorzusehen, ist weder übezahlbar, noch wird er die Autolawine aufhalten.

Also wat nu?

In der Koalitionsvereinbarung heißt es sibyllinisch:

"Der B101 - Neubau vom Mittleren Ring zur Stadtgrenze auf Grundlage der FNP-Planung (Flächennutzungsplan von 1994) und der dazu gehörenden Auflagenbeschlüsse (umfangreiche Verträglichkeitsprüfung), bleibt planerisch gesichert."

Die Bürgerinitiative fordert mit allem Nachdruck, dass die Verantwortlichen in Senat und Parlament entsprechend dem Auflagenbeschlusses zur B101 vom Juni 1994! eine zukunftsorientierte, nachhaltige und bürgerfreundliche Alternative entwickeln und dann auch umsetzen. Ansätze bietet die Koalitionsvereinbarung, sie müssen aber zu einem zusammenwirkenden Gesamtkonzept gebündelt und zu einer tragfähigen Handlungsgrundlage entwickelt werden.
In der Koalitionsvereinbarung heißt es dazu:

Zu den übergeordneten Zielen der Verkehrspolitik gehört es, "den Anteil der besonders umweltverträglichen Verkehrsarten -Fußgänger- , Radfahrer- und Öffentlicher Personennahverkehr am Gesamtverkehrsaufkommen zu erhöhen."

Auch wir fordern die vorrangige Entwicklung eines optimierten ÖPNV. Dazu gehören:
  • Unverzüglicher Regionalbahnlückenschluss Teltow-Berlin
  • Rasche Fertigstellung der S-Bahnverbindung nach Teltow-Stadt
  • Schaffung von Fahrradrouten, besonders zugunsten des Freizeitverkehrs
"Für das Park+Ride-Programm wird eine klare Verantwortlichkeit (...) geschaffen."
Natürlich wäre es sinnvoll, einen optimierten ÖPNV durch ein Park+Ride-System vor den Toren der Stadt zu ergänzen, um die Pendlerströme aus den Vorortsiedlungen im Süden Berlins aufzufangen.
"Das Güterverkehrszentrum Großbeeren soll vollständig an das Eisenbahnnetz angebunden werden (...)"

"Die beschlossene Einrichtung von City-Logistik-Zentren (...) müssen verstärkt verfolgt werden."

Ja, auch wir fordern dem wichtigen Wirtschaftsverkehr nicht die Straße auszubauen, sondern die Schiene zuzuordnen:
  • Vollständige Anbindung des GVZ Großbeeren an das Eisenbahnnetz, u.a. durch Ausbau der Ahalter Bahn für den Güterverkehr
  • Einrichtung einer City-Logistik mit besonderer Berücksichtigung des Schienenverkehrs
Warum nicht den Verkehr der B101 schon frühzeitig auf Brandenburger Gebiet auffächern? Und damit -eventuell ausschließlich auf den Wirtschaftsverkehr beschränkt- Versorgungsziele in den angrenzenden Bezirken Zehlendorf und Tempelhof direkt erreichbar machen! Die Verkehrsmenge lässt sich heute schon baulich und technisch (Telematik) auf solchen Zufahrten steuern. Ohne ein solches Angebot wird dieser Zielverkehr dann eben an der Hildburghauser Straße nach links oder rechts zum Nachteil der Menschen in den anliegenden Wohngebieten abfließen.

Ganz im Sinne der Schildbürpüger wäre es, den gesamoten Verkehr erst einmal durch Steglitz oder noch "besser" unter Steglitz hindurch (Transittunnel) umzuleiten. Der Stadtring ist bereits überfüllt und im innerstädtischen Bereich hat Transitverkehr nichts zu suchen.

Es gibt sie doch, die Ansätze für eine andere Verkehrslösung. Berlin kann sich durch deren Verwirklichung zu einem europäischen Verkehrskompetenzzentrum entwickeln. Wir fordern daher die Verantwortlichen auf, ihren politischen Absichtserklärungen endlich Taten folgen zu lassen. und Ernst mit einer neuen Verkehrspolitik zu machen!

In einem Antwortschreiben des Petitionsausschusses des Abgeordnetenhauses vom April 2000 auf einen Brief der Bürgerinitiative wird das Interesse der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an einer breiten Zusammenarbeit unterstrichen:

"Beabsichtigt ist, bei der Erarbeitung des Verkehrskonzeptes auch einen Dialog mit den Betroffenen, zum Beispiel den Bürgerinitiativen, aber auch mit der Wirtschaft und den im Verkehr tätigen Unternehmen zu treten, um einen möglichst großen Konsens zu erzielen."

Wir sind gerne dazu bereit!

Berlin, im Juli 2000

V.i.S.d.P.:  Peter Stuhrberg



zurück | letzte Änderung: 11.07.2000, webmaster