Info Nr. 6


Senat plant neues Verkehrslenkungskonzept
Bau der B101 könnte überflüssig werden




In unserem Info-Blatt Nr. 5 "Wat nu?" hat unsere Bürgerinitiative die Problematik eines eventuellen Baus der B101 dargestellt. Jetzt wollen wir über die jüngste politische Entwicklung berichten:

Anfang des jahres wandten wir uns an das Abgeordnetenhaus von Berlin und stellten den frisch gewählten Parlamentariern unsere Wünsche und Ideen für eine vernünftige, stadtverträgliche Verkehrspolitik im Süden Berlins vor. Natürlich wollten wir auch wissen, wie es nach der Bildung des neuen Senats mit der B101 weitergeht. Der Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses beriet unsere Eingabe auf der Grundlage einer Stellungnahme der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Das Ergebnis teilte uns der Vorsitzende des Petitionsausschusses Reinhard Roß am 20.4.2000 schriftlich mit. Nach unserer Auffassung lohnt es sich, aus dem Antwortschreiben ausführlich zu zitieren, da es sehr interessante Aufschlüsse über die derzeitige Senatspolitik in Sachen B101 zulässt:
 

"Danach wird es in dieser Legislaturperiode keinen Neubau der B101 zwischen Malteserstraße und Munsterdamm geben. Vielmehr ist es Ziel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, durch ein integriertes Verkehrskonzept, das unter anderem die Nutzung von City-Logistik, die stärkere Nutzung der Schiene einschließlich der innerstädtischen Güterverkehrssubzentren sowie die Verbesserung der Verbindungen im Schienenpersonenverkehr (zum Beispiel im Regional- und S-Bahn-Verkehr in Richtung Teltow-Stadt / Ludwigsfelde) vorsieht, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen und den Neubau der B101 auch mittel- bis langfristig überflüssig zu machen. Die Arbeiten an diesem Konzept werden im Rahmen des Stadtentwicklungsplanes Verkehr zügig durchgeführt. Beabsichtigt ist, bei der Erarbeitung des Verkehrskonzeptes auch in einen Dialog mit den Betroffenen, zum Beispiel den Bürgerinitiativen, aber auch den im Verkehr tätigen Unternehmen zu treten, um einen möglichst großen Konsens zu erzielen. Auch mit dem zum Thema B101 tätigen Bürgerinitiativen wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Dialog führen.
Erst wenn alle Prüfungen abgeschlossen sind und das Verkehrskonzept vorliegt, kann gegebenfalls der Neubau der B101 aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden. Im Zusammenhang mit den Prüfungen liegen erste Zwischenergebnisse vor. Bei den Untersuchungen zu einem Szenario A wurde den Modellrechnungen unter anderem ein Verzicht des Neubaus des betreffenden Abschnitts der B101 in Kombination mit anderen Maßnahmen zu Grunde gelegt. Die Zwischenergebnisse deuten darauf hin, dass es Lösungsmöglichkeiten auf der Grundlage eines Verzichts dieser Maßnahme geben könnte."


Applaus! Verkehrsverlagerung und -vermeidung statt Straßenneubau? Mit diesen Zielen würde der neue Senat sich endlich von der bislang vorherrschenden Asphaltfixierung befreien und erstmals nach umfassenden, intelligenten Lösungen suchen. Jetzt kommt es vor allem darauf an, dass die Arbeit an dem neuen Verkehrskonzept zügig und entschlossen vorangetrieben wird. Wir sind sicher, bei ernsthaftem politischen Willen könnten greifbare Ergebnisse bald vorliegen. Die Bürgerinnen und Bürger in lankwitz und Südende (aber nicht nur sie!) würden es Senat und Parlament danken!

Berlin, im Juli 2000

V.i.S.d.P.: Eva Herborn



zurück | letzte Änderung: 18.10.2000, webmaster