Steglitz/ Dutta. Brandenburg will nicht länger abwarten. Es plant
den autobahngleichen Ausbau der B 101 bis an die Stadtgrenze.
Gegen den Ausbau hat sich massiver Widerstand formiert - besonders
aktiv ist die Bürgerinitiative "B 101". Sie trifft sich jeden ersten
und dritten Mittwoch des Monats im Nachbarschaftsverein Lankwitz, Halbauer
Weg 2, Tel. 84 4104 74.
Zurzeit herrscht Verhandlungspause zwischen der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und dem Land Brandenburg. Bereits im vergangenen Jahr
forderte das damalige Bezirksamt Steglitz die Senatsverwaltung auf, die
Planungsgespräche wieder aufzunehmen. "Die lange Pause wurde mit aus
der Nachwendezeit stammenden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstumsdaten
für Berlin und das Umland begründet", so Baustadtrat Ralf Körner
(CDU) in einem Schreiben an die Bürgerinitiative. Die Senatsverwaltung
erkannte den dringenden Handlungsbedarf und gab ein Gutachten in Auftrag,
dessen Ergebnis im Mai vorliegen soll. Derweil setzt Brandenburg auf handfeste
Tatsachen. Bei Ludwigsfelde ist ein Teilstück des Neubaus der B 101
bereits realisiert.
Im Nachbarschaftsverein koordiniert Thomas Protz das bürgerschaftliche
Engagement. "wir versuchen, Verbindungen zu Politikern und Planern herzustellen",
sagt er.
Letzte Info: April 2000
Protz erinnert an die Idee der City Logistik des Senats, die einen innerstädtischen Ausbau der B 101 überflüssig machen würde. Dabei soll das Güterverteilzentrum Großbeeren zur Entlastung des Lkw-Verkehrs seinen Gleisanschluss aktivieren und über Vorort-Bahnhöfe Güter nach Berlin transportieren. Außerdem soll eine digitale Vernetzung von Groß- und Einzelhändlern die Logistik der Speditionen verbessern. Diese Vorschläge teilte der Vorsitzende des Petitionsausschusses, Reinhard Roß, im April 2000 der Initiative "B 101" mit. Seit dem herrscht jedoch Ruhe.
Das Bezirksamt. stößt ins gleiche Horn. Baustadtrat Körner teilte der Initiative im April mit", das eine durchgängig oberirdische Trasse aus städtebaulichen und Lärmschutzgründen nicht integrationsfähig sei. Körner gab einer Transittunnelvariante den Vorzug. Experten schätzen die Kosten einer Tunnellösung auf 500 bis 600 Millionen Mark.
Berliner Wochenblatt, Lokalzeitung für Steglitz vom 25.4.2001