Weiter Streit über Neubau der B 101
Liberale wollen "Ideologen stoppen"

Berliner Abendblatt Steglitz-Zehlendorf - 25.7.2001 - susch
Steglitz. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Mehrheit des Abgeordnetenhauses hat sich kürzlich gegen den Neubau der B 101 durch Lankwitz und Südende ausgesprochen (wir berichteten). Aber es gibt auch Befürworter der Trasse.

Der Steglitz-Zehlendorfer Baustadtrat Ralf Körner (CDU) kritisiert die Entscheidung: "Die Senatsverwaltung will lediglich 1,3 Kilometer von der Stadtgrenze bis Nahmitzer Damm vierspurig ausbauen, und selbst das ist unsicher.
Mit dem Rest wird der Bezirk allein gelassen. Das ist nicht akzeptabel". Wie er ist die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung für einen Tunnel zwischen der nördlichen Malteser Straße und dem südlichen Musterdamm. "Nur so können die absehbaren Verkehrsströme allgemein verträglich durch den Bezirk geführt werden," so Körner. Die Chancen für einen Tunnelbau stehen jedoch schlecht: Dieses Vorhaben hält die Senatsverwaltung für viel zu teuer.
Der Landesverband der FDP will die Neubautrasse - sie wäre rund zwei Kilometer lang - unter allen Umständen.  Die "Ideologen der SPD und Grünen müssten endlich gestoppt" werden, fordern die Liberalen, ihr stellvertretender Landesvorsitzender Hans-Joachim Josewski sagt: "Der Senat führt einen ideologischen Feldzug gegen die Autofahrer. Statt vernünftige Verbindungen zu schaffen, werden die Autofahrer gezwungen, durch die Innenstadt zu fahren.

Ist der "Stau von morgen" programmiert?
Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) ist für den Straßenbau, um einen Lückenschluss zwischen dem Berliner Autobahnring, dem Güterverkehrszentrum Großbeeren und dem Kreuz Schöneberg zu erreichen. " Wer den Neubau zwischen Malteser Straße und dem Musterdamm heute zu den Akten legt, erzeugt auf den vorhandenen Stadtstraßen den Stau von morgen", heißt es vonseiten der IHK.