Dr. Andreas Subaric-Leitis, Kilstetter Str. 25, 14167 Berlin-Zehlendorf

An Hern Senator Strieder
Senatskanzlei
Rathausstr. 15
10173 Berlin

7.11.2001

Ausbau der B101 im Abschnitt Landesgrenze - Diedersdorfer Weg

Sehr geehrter Herr Strieder,

der nunmehr planungsrechtlich von Ihrer Verwaltung beschlossene vierstreifige Ausbau der B 101 stößt bei einem Großteil der Berliner Bürgerinnen und Bürger auf größtes Unverständnis und Ablehnung.

Trotz heftiger und massiver Kritik an diesem Bauvorhaben, das zukünftig wesentlich mehr Verkehrsbelastungen in die Stadt hineinbringen wird und das argumentativen Vorschub für einen weiteren Neu- und Ausbau dieser und anderer Hauptverkehrsstraßen befördert, wurde dieses Vorhaben auf den Weg gebracht, auch entgegen der vielschichtigen Bekenntnisse seitens der Berliner Regierung zum verkehrspolitischen Umdenken und zum nachhaltigen Umweltschutz. Dies fördert einmal mehr den Unmut über die Berliner Realpolitik etc.

Mit diesem Bauvorhaben sollen die Flächen- und Stadtressourcen weiter zugunsten des Kfz-Verkehrs verschoben werden, ohne dass bei objektiv kritischer Analyse hierfür eine Dringlichkeit besteht - im übrigen anders als in der Planfeststellungsbegründung behauptet. Man denke allein an die widersinnige straßenorientierte Berlin-Einbindung des Güterverteilzentrums Großbeeren, statt die Schienenwege für den Gütertransport gleich bis in die Umschlag-Unterzentren innerhalb Berlins zu nutzen. Dieses Bauvorhaben ist entgegen Ihrer öffentlichen Bekenntnisse geeignet, eine weitere Attraktivitätssteigerung für den Straßenverkehr in der Umlandanbindung anzuvisieren und somit die vielfach beschworenen Alternativverkehrskonzepte (wie P+R, Bahn, etc.) in den Hintergrund zu drängen.

Mit der Kapazitätssteigerung der B101 und dem in der Diskussion befindlichen Folgeneubau der B101 soll zweifelsohne mehr Straßenverkehr in die Stadt hineingebracht bzw. mehr Verkehr bedient werden. Dies erscheint um so grotesker, als bereits in vielen Straßen Berlins Verkehrsbeschränkungen (u. a. Umleitungen, Geschwindigkeitsbeschränkungen) seitens der Verkehrsbehörden umgesetzt werden mussten und müssen, da die negativen Straßenverkehrsauswirkungen nicht mehr hinnehmbare und rechtswidrige Ausmaße im Hinblick auf die Anwohnerbelastung angenommen haben. Auch massive Umlandabwanderungen und somit neue Verkehrsprobleme werden so auf den Weg gebracht. Angesichts dessen stellt sich hier auch am Rande die Frage, wofür der Begriff 'Stadtentwicklung" in der Bezeichnung Ihrer Verwaltung steht.

Diese Entscheidung stellt die Glaubwürdigkeit dieses Senats unter Ihrer ganz maßgeblichen Stellung insbesondere im Hinblick auf Ihre eigenen öffentlichen Äußerungen in Frage und auch hinsichtlich des Programms der Berliner SPD. Bereits die Bl01-Finanzierung und Unterhaltung in der (selbstgemachten) katastrophalen Haushaltssituation ist eine unzumutbare Last, die nur neue Umverteilungen im Haushalt zum Nachteil anderer wichtiger Bereiche mit sich bringen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Subaric-Leitis

 



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