| Oliver Friederici, für die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin An die Berlin, den 29. Juni 1998 Ihr Schreiben vom 17. Juni 98: Sehr geehrte Frau Neuendorf, Sie setzen sich in Ihrem Schreiben kritisch mit der Absicht des Senats von Berlin auseinander, eine Stadtstraße in Verlängerung der Malteserstraße zum Munsterdamm zu errichten. Die seit mehr als dreißig Jahren mit unterschiedlichen politischen Rückhalt geführte Diskussion hat nach dem Mauerfall in und um Berlin durch rasant steigende Fahrzeugzahlen eine neue Dimension bekommen. Es wird leider auch weiter eine Zunahme des Verkehrs geben, ob nun mit oder ohne den Ausbau der B 101 durch Lankwitz und Südende. Denn auch die nicht ausgebaute, von und nach Berlin führenden Straßen, sind ebenfalls seit 1990 von einer deutlichen Verkehrszunahme betroffen. Innerhalb Berlins trifft der Straßenverkehr auf ein im internationalen und nationalen Vergleich eher rückständig ausgebautes Hauptstraßennetz (insbesondere von der Stadtrandlage in die Innenstadt). Der im Mai'98 von CDU und SPD gefaßte Senatsbeschluß nimmt sich der Verkehrsproblematik mit der Zielrichtung an, mit dem Bau der B101 die Wohngebiete entlang des Ostpreußendamms, der Osdorfer-, Leonoren-, Paul-Schneider-, Siemensstraße usw. nachhaltig zu entlasten. Steigende Mobilität und das sich erhöhende Fahrzeugaufkommen, Lärm und Umweltbelastung der Gewässer und der Luft sind leider der Preis einer auf Vollbeschäftigung und allumfassende Sicherung setzenden Gesellschaft. Deshalb müssen wir alles zur Verkehrsvermeidung tun und den notwendigen Verkehr aus den jetzt ohnehin schon überlasteten Wohngebieten herausnehmen. Ich versuche deshalb, den Großteil aller meiner in Berlin zurückgelegten Wegstrecken mit dem Fahrrad zurück zu legen. Zu einer Terminvereinbarung mit Ihnen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Oliver Friederici |