Gemeinsam Landesplanungsabteilung
Berlin - Brandenburg, Verkehr
z.Hd. Herrn Gebhard
Postfach 700752
14411 Potsdam
Neubau der B 101 in Brandenburg - Fehlplanung und drohende Fehlinvestitionen
seit Jahren verfolgen wir mit großem Interesse die Diskussionen
und Planungen zum Neubau der B 101 durch Berlin und Brandenburg und nehmen
als betroffene Bürger im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv an
der Gestaltung dieses Prozesses teil. In Berlin hat sich mittlerweile parteiübergreifend
die Einsicht durchgesetzt, dass die B 101 nicht einfach ebenerdig als Transitstrecke
mit hohem Anteil an Schwerlastverkehr (GVZ Großbeeren) durch Wohngebiete
geführt werden kann. Es wird endlich über alternative Verkehrskonzepte
nachgedacht (runder Tisch STEP Verkehr)
Der Bund hat also rechtzeitig und aus gutem Grund die Finanzierungszusage
für die Verbreiterung der Marienfelder Chaussee zurückgezogen,
obwohl das Planfeststellungsverfahren für diesen Abschnitt schon 1999
abgeschlossen wurde.
Auch für den Senat von Berlin hat der Neubau der B 10 1 auf Berliner
Stadtgebiet keine Priorität, wie aus dem Brief des Petitionsausschusses
des Berliner Abgeordnetenhauses vom 24. 4. 2000 an unsere Bürgerinitiative
klar hervorgeht.
Auf der anderen Seite soll in Brandenburg die B 101 mit Bundesgeldern
immer noch vierspurig an die Stadtgrenze von Berlin herangebaut werden
(B 101n, Planungsabschnitt 4, Teilabschnitt 2), ohne dass eine sinnvolle
Weiterleitung des Verkehrs gewährleistet ist. Die Einwände der
Bürgerinitiative B 101 gegen diese "Sackgassen-Lösung" bei der
Anhörung zum Planfeststellungsverfahren für diesen Teilabschnitt
wurden nicht ernst genommen.
Dieser eklatante Widerspruch zwischen Berliner und Brandenburger Planung besteht also immer noch und ist nicht hinzunehmen1 Damit nicht wider besseres Wissen Millionen von Landes- und Bundesgeldern in ganz offensichtlich absurde Bauvorhaben verschwendet werden, ist dringend eine durchdachte Abstimmung der unterschiedlichen Landesinteressen in der Gemeinsamen Planungskommission notwendig.
Die Verkehrsprobleme müssen für alle Beteiligten sinnvoll, verträglich und vor allem zukunftsorientiert gelöst werden. Deshalb ist es höchste Zeit, beim Ausbau der B 101 auf Brandenburger Seite auf das letzte Teilstück vor der Stadtgrenze Berlins zu verzichten und stattdessen gemeinsam mit Berlin neue Lösungen wie z.B. die frühzeitige Auffächerung des Verkehrs oder dessen Verlagerung auf die Schiene zu untersuchen!
Wir erwarten eine baldige Stellungnahme und verbleiben bis dahin mit freundlichen Grüßen
zur Antwort der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung
Berlin - Brandenburg, Verkehr