An die

Gemeinsam Landesplanungsabteilung
Berlin - Brandenburg, Verkehr
z.Hd. Herrn Gebhard
Postfach 700752
14411 Potsdam
 

Neubau der B 101 in Brandenburg - Fehlplanung und drohende Fehlinvestitionen

Berlin, den 21. November 2000
Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahren verfolgen wir mit großem Interesse die Diskussionen und Planungen zum Neubau der B 101 durch Berlin und Brandenburg und nehmen als betroffene Bürger im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv an der Gestaltung dieses Prozesses teil. In Berlin hat sich mittlerweile parteiübergreifend die Einsicht durchgesetzt, dass die B 101 nicht einfach ebenerdig als Transitstrecke mit hohem Anteil an Schwerlastverkehr (GVZ Großbeeren) durch Wohngebiete geführt werden kann. Es wird endlich über alternative Verkehrskonzepte nachgedacht (runder Tisch STEP Verkehr)
Der Bund hat also rechtzeitig und aus gutem Grund die Finanzierungszusage für die Verbreiterung der Marienfelder Chaussee zurückgezogen, obwohl das Planfeststellungsverfahren für diesen Abschnitt schon 1999 abgeschlossen wurde.
Auch für den Senat von Berlin hat der Neubau der B 10 1 auf Berliner Stadtgebiet keine Priorität, wie aus dem Brief des Petitionsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses vom 24. 4. 2000 an unsere Bürgerinitiative klar hervorgeht.
Auf der anderen Seite soll in Brandenburg die B 101 mit Bundesgeldern immer noch vierspurig an die Stadtgrenze von Berlin herangebaut werden (B 101n, Planungsabschnitt 4, Teilabschnitt 2), ohne dass eine sinnvolle Weiterleitung des Verkehrs gewährleistet ist. Die Einwände der Bürgerinitiative B 101 gegen diese "Sackgassen-Lösung" bei der Anhörung zum Planfeststellungsverfahren für diesen Teilabschnitt wurden nicht ernst genommen.

Dieser eklatante Widerspruch zwischen Berliner und Brandenburger Planung besteht also immer noch und ist nicht hinzunehmen1 Damit nicht wider besseres Wissen Millionen von Landes- und Bundesgeldern in ganz offensichtlich absurde Bauvorhaben verschwendet werden, ist dringend eine durchdachte Abstimmung der unterschiedlichen Landesinteressen in der Gemeinsamen Planungskommission notwendig.

Die Verkehrsprobleme müssen für alle Beteiligten sinnvoll, verträglich und vor allem zukunftsorientiert gelöst werden. Deshalb ist es höchste Zeit, beim Ausbau der B 101 auf Brandenburger Seite auf das  letzte Teilstück vor der Stadtgrenze Berlins zu verzichten und stattdessen gemeinsam mit Berlin neue Lösungen wie z.B. die frühzeitige Auffächerung des Verkehrs oder dessen Verlagerung auf die Schiene zu untersuchen!

Wir erwarten eine baldige Stellungnahme und verbleiben bis dahin mit freundlichen Grüßen

zur Antwort der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin - Brandenburg, Verkehr
 
 

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