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Programm

Samstag, 30. Oktober, 19.30 Uhr
Ort: Schwartzsche Villa, Großer Salon
Eröffnung der Deutsch-Polnischen Kulturtage Spotkanie 2010
Begrüßung: Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Bürgerdienste
Musikalische Grenzgänge Oder-übertretungen
Werke von Robert Schumann, Henryk Wieniawski, Jozef Wieniawski, Richard Wagner, Franz Liszt, Tomasz Kamieniak und Thilo Thomas Krigar
Tomasz Kamieniak, Klavier
Dimitri Tombassov, Violine
Thilo Thomas Krigar, Violoncello
Die Violinwerke von Henryk Wieniawski sind wie die Klavierwerke Franz Liszts berühmt für ihre sehr spezifische Virtuosität. Sein Bruder Jozef Wieniawski steht einem lyrischen romantischen Tonfall näher, wie ihn auch Robert Schumann formuliert. Tomasz Kamieniak sieht in Richard Wagner eines seiner kompositorischen Vorbilder. Wieniawskis Adaption von Gounods Oper „Faust“ begegnet in diesem Konzert Franz Liszts Klavierversion von Wagners „Liebestod“. Alle Komponisten des Abends verbindet die heute nicht mehr selbstverständliche Personalunion von Interpret und Komponist.
Der russische Violinvirtuose Dimitri Tombassov erhielt seine Ausbildung unter anderem bei Zachar Bron. 1987 wurde Dimitri Tombassov Konzertmeister der Moskauer Philharmoniker. Seit 1989 spielte er für IPPNW zahlreiche Konzerte und machte Berlin zu seiner Wahlheimat. Von 1991 bis 1994 war Tombassov 1. Geiger im Berliner Philharmonischen Orchester. Seit 1995 ist er Primarius der Pythagoras Strings.
Der Cellist und Komponist Thilo Krigar studierte Cello sowie Musikwissenschaft. Von 1986 bis 1988 lehrte er am Conservatorio del Tolima in Kolumbien und befasste sich intensiv mit lateinamerikanischer Musik. Als Solist und Kammermusiker konzertierte er in europäischen, nord- und südamerikanischen Staaten, in nahezu allen wichtigen deutschen Städten und im Rahmen internationaler Festivals. Als Komponist schrieb Thilo Krigar Kammermusikwerke und schuf Musiktheater.
Tomasz Kamieniak studierte in Katowice und Weimar. 2003 erhielt er beim Franz-Liszt-Klavierwettbewerb in Weimar einen Spezialpreis als talentiertester Teilnehmer aus Osteuropa.
Er konzertiert in vielen europäischen Ländern.
Veranstalter: Pythagoras Strings
Eintritt: 10 € (7 €)
Karten/Infos: 78 71 50 73
www.Pythagoras-Strings.com
www.schwartzsche-villa.de

Montag, 1. November 2010, 20 Uhr
Ort: Schwartzsche Villa, Großer Salon
Vortrag
Danzig und Gdańsk als literarische Konstruktionen
Vortrag von Viktoria Krason
„Das geschah in einem Fischerdorf, und das Dorf hieß Gyddanyzc. Aus Gyddanyzc machte man Danczik, aus Danczik wurde Dantzig, das sich später Danzig schrieb, und heute heißt Danzig Gdańsk.“
Günter Grass, Die Blechtrommel, 1959
Sowohl die Freie Stadt Danzig als auch das heute polnische Gdańsk haben zahlreiche Schriftsteller zu poetischen Auseinandersetzungen beflügelt. Der Vortrag stellt am Beispiel der Werke von Günter Grass, Stefan Chwin und Paweł Huelle literarische Portraits der Stadt und ihrer wechselvollen Geschichte aus deutscher und polnischer Perspektive vor. Alle drei Autoren haben sich in ihren Texten besonders dem Zweiten Weltkrieg und den darauf folgenden Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen in der Hansestadt gewidmet und dabei Bezug aufeinander genommen.
Viktoria Krason studierte Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften und Philosophie in Münster, Venedig und Berlin. Sie ist wissenschaftliche Volontärin im Günter Grass-Haus in Lübeck und kuratierte dort maßgeblich die Ausstellungen „Das Arsenal des Dramatikers. Die Bildkunst Friedrich Dürrenmatts“ sowie „Von Danzig nach Lübeck. Günter Grass und Polen“.
Veranstalter: Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis der Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf und der Schwartzschen Villa e.V.
Eintritt: 5 € (3 €)
Karten/Infos: 713 89 213
www.dpgberlin.de

Dienstag, 2. November, 18 Uhr
Ort: Haus der Volkshochschule, Säulenhalle, Zehlendorf, Onkel-Tom-Straße 14
Vortrag mit Diskussion
Polen, da fahr ich hin!
Zehn gute Gründe
Vortrag von Prof. Dr. Eckart D. Stratenschulte
Prof. Dr. Stratenschulte ist Leiter der Europäischen Akademie Berlin und lehrt Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin.
Veranstalter: Victor-Gollancz-Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf
Eintritt: frei
Informationen: 90299-5020
www.vhssz.de

Mittwoch, 3. November, 20 Uhr
Ort: Schwartzsche Villa, Großer Salon
Zweisprachige Lesung
„Lethargie“
Wojciech Kuczok liest aus seinem neuen Roman
Der Autor liest einen Ausschnitt in polnischer Sprache.
Den deutschen Text liest der Schauspieler Leo Solter.
Moderation: Dorota Stroinska
Wojciech Kuczok wurde 1971 in Chorzów geboren. Er ist Filmkritiker, Lyriker, Prosa- und Drehbuchautor. In Polen wurde er 2004 für seinen Roman „Dreckskerl“ mit dem wichtigsten dortigen Literaturpreis „Nike“ ausgezeichnet. Auf Deutsch sind von ihm bislang im Suhrkamp Verlag erschienen „Im Kreis der Gespenster“, „Dreckskerl“ und „Höllisches Kino“.
Der Schauspieler Leo Solter wurde 1978 in Berlin geboren.
Der von Dorota Stroinska ins Deutsche übersetzte Roman „Dreckskerl“ verschaffte Wojciech Kuczok den Ruf, der stilsicherste, musikalischste und leidenschaftlichste Schriftsteller der polnischen Gegenwartsliteratur zu sein.
Sein neues Buch handelt von drei Menschen und ihrem Beschluss, das eigene Leben zu verändern.
Adam, ein junger Arzt, flieht vor seinem dominanten Vater vom Dorf in die Stadt. In der Liebe zu einem jungen Mann, einem homophoben Kleinkriminellen, findet er sein Glück. Robert ist ein alternder Schriftsteller, den seine Schreibblockade, seine hysterische Ehefrau und seine Schwiegereltern in die Verzweiflung treiben. Eines Tages erfährt er etwas, das sein Leben verändert. Róza, eine erfolgreiche Schauspielerin und Werbeikone, lebt in unglücklicher Ehe. Doch sie beschließt, aktiv zu werden und ihrer Lethargie ein Ende zu setzen. Mit psychologischer Präzision und sprühendem Witz gelingt Kuczok die Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen – und nebenbei eine bitterböse Satire der zwischen Popkultur und erzkonservativen Positionen zerrissenen polnischen Gesellschaft.
Veranstalter: Kulturamt Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin
Eintritt: frei
Informationen: 90299-2212
www.kultur-steglitz-zehlendorf.de
www.schwartzsche-villa.de
www.polnischekultur.de

Donnerstag, 4. November, 19 Uhr
Ort: Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Grunewaldstraße 3
Lesung
Viktoria Korb liest aus ihrem autobiografischen Buch „…kein polnischer Staatsbürger“
Das Buch der polnischen Autorin schildert in Form von Erinnerungen die „März-Ereignisse“, eine antisemitische Hetzkampagne der Machthaber in Polen im Jahre 1968. Den Vorwand lieferten Studentendemonstrationen gegen die Zensur; den Rest das Machtstreben des Innnenministers, der eine merkwürdige Mischung aus Stalinismus und Nationalismus vertrat. Viktoria Korb konzentriert sich auf die dramatischen aber auch alltäglichen Seiten des polnischen 1968, das sich vom westlichen 1968 fundamental unterschied. Im Zentrum des Buches stehen die persönlichen Erlebnisse einer Studentin und ihrer Kommilitonen, wobei der Kontrast zwischen ihrem früheren, lockeren Studentenleben und dem plötzlichen Terror unterstrichen wird. Im polnischen Studentenmilieu von damals formierte sich erstmals seit 1956 eine politische Opposition gegen die kommunistische Herrschaft. Die Oppositionellen waren nicht selten Kinder aus den Reihen des Parteiestablishments.
Veranstalter: Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin e.V.
Eintritt: frei
Informationen: 90299-2410
www.stadtbibliothek-steglitz-zehlendorf.de
www.dpgberlin.de

Freitag, 5. November, 20 Uhr
Ort: Schwartzsche Villa, Großer Salon
Vortrag mit Diskussion
Freiheit und Einheit. Deutschland und Polen 1989/1990
Vortrag von Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Warschau
Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej wurde 1956 in Warschau geboren. Der Diplomatensohn wuchs zweisprachig auf, ging in Berlin und Warschau zur Schule und machte in Wien Abitur. Nach seinem Germanistik- und Geschichtsstudium in Warschau begann er an der dortigen Universität seine akademische Laufbahn. Er ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Warschau und hatte 1994 bzw. 2004 Gastprofessuren in Marburg und Jena inne. Von 1997- 2007 war er polnischer Co-Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission. Er ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Zentrums für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften.
Włodzimierz Borodziej ist ein international hoch angesehener Zeithistoriker. Sowohl in seinen wissenschaftlichen Arbeiten als auch in seinen umfangreichen Beiträgen in Fachzeitschriften und Zeitungen im In- und Ausland befasst er sich intensiv mit der eng verzahnten deutsch-polnischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Seine Forschungsgebiete erstrecken sich auf den nationalsozialistischen Terror in Polen ebenso wie auf den gescheiterten Warschauer Aufstand 1944. Der Hitler-Stalin-Pakt, die Geschichte der Umsiedlung und Vertreibung der Deutschen aus Polen, die internationalen Beziehungen in der Nachkriegszeit und aktuelle Fragen der Vergangenheitspolitik zählen ebenfalls dazu.
Veranstalter: Kulturamt Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin
Eintritt: frei
Informationen: 90299-2212
www.kultur-steglitz-zehlendorf.de
www.schwartzsche-villa.de
www.polnischekultur.de

Samstag, 6. November, 19.30 Uhr
Ort: Rathaus Steglitz
Konzert
Lieder deutscher und polnischer Komponisten
Männerchor „Słowiki 60 Jana Szyrockiego" aus Szczecin, Leitung Grzegorz Handke
Deutsch-Polnischer Chor „Spotkanie“, Leitung Josef Wilkosinski
Der deutsch-polnische Chor „Spotkanie“ unter der Leitung von Josef Wilkosinski besteht seit 21 Jahren und verbindet Deutsche und Polen, die in Berlin leben und sich für die Kultur der beiden Länder interessieren.
Veranstalter: Leo-Borchard-Musikschule Steglitz-Zehlendorf
Eintritt: 7 € (5 €)
Karten/Infos: 90299-6494
www.musikschule-steglitz-zehlendorf.de

Sonntag, 7. November, 18 Uhr
Ort: Schwartzsche Villa, Großer Salon
Vortrag mit Diskussion
Der Polnisch-Sowjetrussische Krieg 1919-1921.
Zu einem der umstrittensten Konflikte des 20. Jahrhunderts
Vortrag von Prof. Dr. Werner Benecke, Europauniversität Viadrina, Frankfurt/Oder
Während der Deutsch-Polnischen Kulturtage „Spotkanie“ in Steglitz-Zehlendorf werden traditionell auch schwierige Themen nicht ausgespart. Zu diesen Themen zählt der Polnisch-Sowjetrussische Krieg 1919-1921, über den bei uns bislang nur wenig bekannt ist.
Prof. Dr. Werner Benecke ist Inhaber der von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius errichteten Professur an der Europa-Universität Viadrina. Er ist ausgewiesener Historiker für die Geschichte Polens und Russlands in ihren Bezügen zu Mitteleuropa. Seine Habilitationsschrift über „Militär, Reform und Gesellschaft im Zarenreich" wurde 2006 mit dem Werner Hahlweg-Preis ausgezeichnet. Seine Dissertation von 1999 über die „Ostgebiete der Zweiten Polnischen Republik" gilt als Standardwerk.
Veranstalter: Kulturamt Steglitz-Zehlendorf
Eintritt: frei
Informationen: 90299-2212
www.kultur-steglitz-zehlendorf.de
www.schwartzsche-villa.de


Adressen:
Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 55, Steglitz
Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Grunewaldstraße 3 („Das Schloss“), Steglitz
Rathaus Steglitz, Schlossstrasse 37, Steglitz
Haus der Volkshochschule, Onkel-Tom-Straße 14, Zehlendorf



Eine Veranstaltungsreihe des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf
Abteilung Bildung, Kultur und Bürgerdienste
Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski

Kulturamt Steglitz-Zehlendorf
Leitung: Sabine Weißler
Koordination „Spotkanie 2010“: 
Doris Fürstenberg, Kulturamt Steglitz-Zehlendorf