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Tagespflege - Eine Alternative zur Berufstätigkeit außer Haus


Schon seit vielen Jahren werden Kinder von Tagesmüttern betreut.

Was zunächst vornehmlich als Einzelinitiative in größtenteils privatem Rahmen begann, hat sich im Laufe der Zeit zu einer für viele Eltern zunehmend attraktiven Alternative zur Betreuung und Erziehung in Kindertagesstätten vor allem für Kinder unter drei Jahren entwickelt.

Inzwischen hat sich die Tagespflege als gutes Betreuungsangebot für Kleinstkinder durchgesetzt und wird durch öffentliche Finanzierung gefördert.

Viele Mütter, die auf eine Berufstätigkeit außer Haus verzichten wollen / können und die Freude am Umgang mit Kindern haben, finden in der Tagespflegearbeit eine gute Möglichkeit, die Versorgung der eigenen Familie mit einem Betreuungsangebot für Kinder berufstätiger Eltern zu verbinden und einen Zuverdienst zu erzielen.


Wissenswertes

Probleme gibt es fast immer, wenn die Idee vorherrscht, Tagespflegekinder aufzunehmen, um den eigenen Kindern Spielkameraden zu verschaffen.

Meistens wird zunächst der mit der Tätigkeit verbundene Aufwand unterschätzt.

Tagespflegekinder sind keine „Besuchskinder“, sondern verbringen regelmäßig einen großen Teil des Tages in der Pflegefamilie.

Eigene Kinder haben oft Schwierigkeiten, sich an die neue Situation zu gewöhnen und sehen in den Tagespflegekindern zumindest in der Anfangszeit eher eine Konkurrenz als einen beliebten Spielgefährten, reagieren mit entsprechender Ablehnung und Eifersucht.

Viel Einfühlungsvermögen und Geduld sind daher gefragt, um diese Probleme zu meistern.


Tagespflegekinder
sind kein „Besuch“

Gute Verdienstmöglichkeiten bietet die Tagespflegearbeit nicht.

Es handelt sich um eine quasi freiberufliche Tätigkeit auf Honorarbasis ohne Festanstellung durch das Jugendamt, zwar steuerfrei, aber auch ohne Sozialversicherung.

Wer Tagesbetreuung durchführen will, sollte deshalb nicht zwingend auf diesen Verdienst zur Bestreitung des Lebensunterhalts der Familie angewiesen sein.

Wenn Sie diese schlechten Rahmenbedingungen nicht abschrecken und Sie Freude daran haben, mit Kindern zu leben und zu arbeiten, dann ist Tagespflege mit Sicherheit eine große persönliche Bereicherung.


Ohne Sozialversicherung

Es gibt keine Ausbildung zur Tagesmutter.

Jeder, der im Bezirk Steglitz Tagespflegebetreuung über die Börse anbieten möchte, muß zum Einstieg in diese verantwortungsvolle Tätigkeit ein Einführungsseminar zur Eingangsqualifizierung absolvieren.

Dort werden neben pädagogischen Themen auch wesentliche Fragen z.B. zum Tagesablauf, zur gesunden Ernährung und zur Eingewöhnung behandelt.

Darüber hinaus bieten wir einen Hausbesuch an, um mit Ihnen die räumliche Gestaltung - Spiel- und Bewegungsraum, Schlafmöglichkeiten - zu besprechen.

Außerdem haben Sie die Möglichkeit, sich von uns begleitend beraten zu lassen und an Fortbildungsmaßnahmen und Gesprächsgruppen teilzunehmen.

Eltern legen im allgemeinen großen Wert auf die Qualifizierung von Tagesmüttern.


Eingangsqualifikation und
Fortbildung

In Berlin wird zwischen Tageseinzel- und Tagesgroßpflegestellen unterschieden.

In Tageseinzelpflegestellen werden zwei bis höchstens drei Tagespflegekinder in der Wohnung der Pflegefamilie betreut.

Das Angebot ist vornehmlich für Säuglinge und Kleinstkinder ab dem 3. Lebensmonat bis zum Übergang in den Kindergarten gedacht.

Darüber hinaus gibt es die ergänzende Tageseinzelpflege für ältere Kinder (auch Schulkinder), wenn diese z.B. durch besonders ungünstige Arbeitszeiten der Eltern zusätzlich zur Kita-Betreuung oder zum Schulunterricht erforderlich ist.

In Tagesgroßpflegestellen werden vier bis höchstens acht Tagespflegekinder betreut.

Die Pflegepersonen müssen dafür eine besondere pädagogische Eignung vorweisen.

Deshalb ist auch eine Betreuung bis zur Einschulung möglich.

Tagesgroßpflegestellen benötigen immer eine Genehmigung, egal, ob sie öffentlich gefördert oder privat betrieben werden.

Diese kann nur durch das örtliche Jugendamt erteilt werden.


Formen der Tagespflege

Gerade für kleine Kinder bietet die Tagespflege eine gute Alternative zur institutionellen Betreuung.

Es gibt organisatorische Vorteile (z.B. größere zeitliche Flexibilität).

Auf die Kinder kann besser individuell eingegangen werden.

Die Einführung des gesetzlichen Anspruchs auf einen Kitaplatz für Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung hat eine Veränderung des institutionellen Betreuungsangebots für kleinere Kinder nach sich gezogen.

In vielen Kitas wurde die bis dahin getrennte Betreuung in Krippen- , Kindergarten- und Hortgruppen aufgelöst und eine Altersmischung mit größerer Gruppenzahl eingeführt.

In diesen altersgemischten Gruppen können meist nur wenig kleine Kinder Aufnahme finden, weil sie einer noch sehr großen Betreuungsintensität bedürfen.

Oftmals sind kleine Kinder in diesen großen Gruppen überfordert.

Viele Eltern wünschen sich für eine Tagesbetreuung auch eher einen kleinen, überschaubaren und familiären Rahmen, in dem sie die individuelle Zuwendung für ihr Kind besser gewährleistet sehen.

Darüber hinaus sollten Sie in der Lage sein, Ihre Tagespflegekinder durch pädagogische Anregung in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie auf den Übergang in den Kindergarten vorzubereiten.

Dabei kann es sehr hilfreich sein, wenn Sie sich entsprechend weiterbilden und an Fortbildungsmaßnahmen und / oder Gesprächsgruppen teilnehmen.

Informationen über die verschiedenen Angebote erhalten Sie in der Tagespflegebörse.


Vorteile der Tagespflege