Info 6
Persönliches Vorgespräch


Für den guten Verlauf eines Tagespflegeverhältnisses ist mindestens ein ausführliches Vorgespräch unbedingte Voraussetzung.

Immer wieder machen wir die Erfahrung, daß ein Betreuungsabbruch vermeidbar gewesen wäre, wenn sich Eltern und Tagespflegeeltern vor Aufnahme des Kindes intensiver über Betreuungswünsche und Notwendigkeiten ausgetauscht hätten.

  • Führen Sie das Vorgespräch niemals am Telefon.
  • Vereinbaren Sie einen Termin in der Tagespflegefamilie.
  • Klären Sie telefonisch aber ab, ob der Platz überhaupt noch frei ist.

Es ist wichtig, daß Sie nicht nur von der Tagesmutter, sondern von der ganzen Familie (Ehemann, eigene Kinder) einen Eindruck erhalten.

Ein erster Termin sollte daher am besten außerhalb der Betreuungszeiten stattfinden.

Wenn Sie nicht alleinerziehend sind, nehmen Sie diesen unbedingt nicht nur mit Ihrem Kind, sondern auch gemeinsam mit Ihrem Partner wahr.

Vor einer endgültigen Entscheidung sollten Sie die Tagespflegestelle ein weiteres Mal besuchen, damit Sie auch die derzeit betreuten Tagespflegekinder kennenlernen und die Tagesmutter bei der Betreuungsarbeit erleben können.

Gemeinsam mit den Tagespflegeeltern müssen Sie möglichst viele Einzelheiten die evtl. Betreuung Ihres Kindes betreffend genau besprechen.

Bedenken sie, daß das, was Sie im Umgang mit Ihrem Kind für selbstverständlich erachten, von den Tagespflegeeltern völlig anders gesehen werden kann.

Daher ist es wichtig, daß Sie offen und von vornherein sagen, welche Vorstellungen Sie haben.

Es ist Ihre Aufgabe, zusammen herauszufinden, welche Unterschiede es gibt und dann zu entscheiden, ob Sie sich eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit vorstellen können.


Wo und mit wem?

Folgende Fragen können Sie dabei als Orientierungshilfe verwenden:

  • Einigen Sie sich mit den Tagespflegeeltern über Betreuungszeit (Arbeitszeit und Wegezeit) und fragen Sie nach evtl. bereits geplantem Urlaub.
Betreuungszeit
  • Gibt es genügend Spiel- und Bewegungsraum?
  • Fragen Sie, wo die Kinder spielen können und dürfen.
  • Lassen Sie sich auch alle Betreuungsräume zeigen.
  • Wo soll/kann Ihr Kind Mittagschlaf halten?
  • Fragen Sie nach getrennten Ruhemöglichkeiten, wenn Ihr Kind während der Betreuungszeit mehrmals schlafen muß.
  • Erkundigen Sie sich nach dem Tagesablauf in der Pflegestelle.
  • Welche pädagogischen Spielangebote gibt es?
  • Gehören regelmäßige Außenaktivitäten dazu (Spielplatzbesuch, Spaziergänge im Wohnumfeld)?
  • Sprechen Sie Fernsehgewohnheiten während der Betreuungszeit an.
Wohnung, Umgebung,
Spielmöglichkeiten

Wie wird die Ernährung der Tagespflegekinder gehandhabt?
  • Fragen Sie nach einem Speiseplan.
  • Wird täglich frisch gekocht?
  • Ist vegetarische Ernährung möglich?
  • Werden Süßigkeiten angeboten?

Ernährung

Auch wenn Sie sich bisher noch nicht so viele Gedanken darum gemacht haben, weil Ihr Kind noch so klein ist:
  • Fragen Sie die Tagesmutter nach ihren Praktiken der Sauberkeitserziehung.
  • Gibt es eine stringente Handhabung oder ist die Tagesmutter eher darauf bedacht, erste eigenständige Signale des Kindes abzuwarten?
  • Entspricht dies Ihren eigenen Vorstellungen?
  • Welche Erziehungspraktiken bestehen in der Tagespflegefamilie?
  • Was dürfen die Kinder, was keinesfalls?
  • Wie werden Konflikte gelöst, Grenzen gesetzt?
  • Können Sie dem zustimmen?
  • Bestehen Sie unbedingt darauf, daß Ihr Kind auf keinen Fall geschlagen wird! (auch nicht mit dem „kleinen Klaps“)!

Erziehung

Fragen Sie nach der Eingewöhnung Ihres Kindes und den Vorstellungen der Tagesmutter dazu.
  • Für den Übergang in die Tagesbetreuung benötigt Ihr Kind unbedingt Ihre Unterstützung und Begleitung.

Eingewöhnung

Genauso wichtig ist es, daß Sie die Tagespflegeeltern über den bisherigen Tagesablauf Ihres Kindes, über seine Gewohnheiten und andere für die Betreuung wesentliche Dinge informieren:
  • Welchen Schlafrhythmus hat Ihr Kind bisher?
  • Wie schläft Ihr Kind ein (Spieluhr, Nuckel, Kuscheltier, auf dem Arm)?
  • Wo schläft Ihr Kind (Kinderbett, Matratze, Fell, im Bett der Eltern)?
  • Was ißt Ihr Kind (Milumil, Gläschennahrung, frische Kost)?
  • Gibt es Besonderheiten (Allergien, Nahrungsmittelempfindlichkeiten) oder besondere Wünsche (Vollwertkost, vegetarische Ernährung)?
  • Wird Ihr Kind noch gestillt oder gefüttert (Flasche, Löffel) oder ist es schon an selbständiges Essen gewöhnt?
  • Wie verfahren Sie mit Süßigkeiten?
  • Welche Vorerkrankungen hatte Ihr Kind bisher?

Informieren Sie die Tagespflegeeltern über evtl. gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Anfälligkeiten (Pseudo-Krupp, Fieberkrämpfe, Neurodermitis) und den bestehenden Impfschutz.


Gewohnheiten und Krankheiten Ihres Kindes schildern

Wenn Sie sich mit der Tagespflegefamilie geeinigt haben, hinterlassen Sie folgende Daten und Unterlagen (am besten mit dem Vordruck „Informationen über das Tagespflegekind“):
  • Geben Sie Name, Anschrift und Telefonnummer Ihres Kinderarztes weiter und unterrichten Sie Ihren Kinderarzt, ab wann und bei wem sich Ihr Kind in Tagesbetreuung befindet.
  • Hinterlassen Sie unbedingt, wie und wo Sie während der Betreuungszeit für die Tagesmutter notfalls - z.B. bei Unfall oder plötzlicher Erkrankung Ihres Kindes - erreichbar sind.
  • Klären Sie, wer das Kind (außer Ihnen) abholen darf und stellen Sie die betreffende Person der Tagesmutter vor.
  • Denken Sie an den Abschluß einer Unfallversicherung für Ihr Kind.

Wenn Sie sich geeinigt haben

Informieren Sie die Tagespflegebörse umgehend, wenn Sie sich für eine Tagespflegestelle entschieden haben.