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Info 8 Eingewöhnung |
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Es ist sehr wichtig, die Eingewöhnung Ihres neuen Tagespflegekindes schrittweise vorzunehmen. Die folgenden Hinweise gelten vor allem für jüngere Kinder bis drei Jahre. Je jünger das Kind, desto sorgfältiger sollte die Eingewöhnung in die Tagespflege erfolgen. Weisen Sie die Eltern auf die Wichtigkeit der Eingewöhnung hin. Sie sollten darauf bestehen, daß Mutter oder Vater das Kind in der Anfangszeit bei Ihnen begleiten. Dabei müssen die Eltern gar nicht viel tun. Ihre blosse Anwesenheit im Raum genügt, um für das Kind einen „sicheren Hafen“ zu schaffen, in den es sich jederzeit zurückziehen kann, wenn es sich überfordert fühlt. Wenn Mutter oder Vater (vielleicht auch die Oma, wenn das Kind sie gut kennt) still in einer Ecke des Raumes sitzen und ihr Kind beobachten, hat es alles, was es braucht. Die Eltern sind für das Kind die „sichere Basis“, von der aus es seine Ausflüge in die neue Welt machen kann. |
Eingewöhnung |
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Wenn Ihr Tagespflegekind schon krabbeln und laufen kann, erlauben Sie ihm, zu gehen und zu kommen, wie es will. Drängen Sie es zu keinem bestimmten Verhalten. Die Eltern sollten weder lesen, stricken, noch sich mit den anderen Tagespflegekindern beschäftigen, sondern sich ausschließlich passiv verhalten. Die Fröhlichkeit und Gelassenheit Ihres Tagespflegekindes heißt nicht, daß die Anwesenheit der Eltern gar nicht notwendig ist. Das Kind wirkt so unbeschwert, weil die Mutter oder der Vater dabei sind. Sein Verhalten würde sich in den meisten Fällen sofort ändern, wenn sie während der ersten Tage fortgingen. |
Die Eltern sollen vor allem anwesend sein |
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Werden Kinder in den ersten Lebensjahren überfordert oder durch etwas Unerwartetes irritiert, suchen sie meistens Schutz bei ihrer Bindungsperson. Sie weinen oder rufen, laufen ihr nach, heben die Arme hoch, schmiegen oder klammern sich an oder suchen auf andere Weise körperliche Nähe. Je nachdem wie stark das Kind beunruhigt war, findet es im engen Körperkontakt oder durch bloßen Blickkontakt sein inneres Gleichgewicht wieder. Eine fremde Person, auch Sie als Tagesmutter, kann das Kind in der ersten Zeit meistens nicht beruhigen. Eltern sollten deshalb in der Anfangszeit die Schutzsuche erwidern - bis Sie selbst in der Lage sind, das Kind in dieser Weise zu beruhigen. Weder Sie noch die Eltern sollten sich Gedanken darüber machen, ob das Kind einen Grund für sein Klammern oder Weinen hat oder nicht. Das Kind sollte auf keinen Fall gedrängt werden, sich wieder zu lösen. In diesem Fall würde das genaue Gegenteil erreicht, nämlich erneutes Anklammern. Es überrascht immer wieder, daß ein Kind, das sich eben noch weinend an Mutter oder Vater angeklammert hat, sich oft schon nach wenigen Augenblicken wieder löst und seine Erkundung der neuen Umgebung fortsetzt. |
Die Eltern sollten die Schutzsuche des Kindes erwidern |
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Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf eine neue Umgebung. Die einen wenden sich anfangs vielleicht vorsichtig und zögernd, die anderen ohne Bedenken und energisch allem Neuen zu. Das hängt vom Temperament und der Vorerfahrung des Kindes ab. Sie und die Eltern sollten in jedem Fall das Verhalten des Kindes akzeptieren. Nicht selten finden sich übrigens die Kinder, die zunächst eher ängstlich wirken, später am besten in die neue Umgebung hinein. Kinder lernen eine neue Umgebung am schnellsten kennen, wenn sie nicht gedrängt werden. |
Das Kind sollte die neue Umgebung selbst entdecken |
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Innerhalb kurzer Zeit macht sich das Kind nicht nur mit den neuen Räumen vertraut, sondern auch mit Ihnen. Es baut relativ schnell eine Bindungsbeziehung zu Ihnen auf, so daß auch Sie nach einiger Zeit die Funktion der „sicheren Basis“ für das Kind übernehmen können. Auch Sie können das Kind nun trösten, wenn es weint. Erst wenn das Kind eine Beziehung dieser Art aufgebaut hat, kann es auf die Anwesenheit der Eltern verzichten. |
Der Übergang |
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Die meisten Kinder benötigen für den Übergang in die Tagesbetreuung etwa 14 Tage, im Einzelfall auch mal 3 Wochen, bei manchen Kindern reichen 6 Tage. Weniger als 6 Tage sind auf jeden Fall zu kurz. Sie sollten sich bei der Entscheidung darüber, wie lange die Eltern das Kind begleiten müssen, am Verhalten des Kindes orientieren: Als Faustregel kann gelten: Wendet sich ein Kind häufig an den begleitenden Elternteil, sucht es Blickkontakt zu ihm, sucht es bei Verdruß seine Nähe und beruhigt sich schnell im Körperkontakt mit Mutter oder Vater, sollten Sie eine Zeit von 14 Tagen ins Auge fassen. Wenn das Kind sehr ängstlich reagiert, auch mal drei Wochen. Macht das Kind eher den Eindruck, daß es von sich aus bemüht ist, nach Möglichkeit ohne die Eltern auszukommen, zeigt es sich bei den ersten Trennungsversuchen (nicht vor dem 4. Tag und niemals an einem Montag!) eher unbeeindruckt, dann können 6 Tage für die Eingewöhnung wahrscheinlich ausreichen, und eine längere Zeit würde unter Umständen eher schaden als nützen. Es genügt, wenn die Eltern mit Ihrem Kind in den ersten Tagen für ein oder zwei Stunden bei Ihnen bleiben. |
Wie lange sollten Eltern Ihr Kind begleiten? |
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In den ersten drei bis vier Tagen sollten Sie auf keinen Fall Trennungsversuche zulassen. Die ersten drei Tage scheinen für die Eingewöhnung des Kindes eine besonders wichtige Rolle zu spielen und dürfen nicht durch eine vorzeitige Trennung belastet werden. Eine erste, kurze Trennung können Sie am vierten Tag (niemals an einem Montag!) versuchen. Bitten Sie Vater oder Mutter, den Raum - aber nicht Ihre Wohnung - für einige Minuten zu verlassen und warten Sie die Reaktion Ihres neuen Tagespflegekindes ab. Läßt es sich von Ihnen durch Spielangebote ablenken, können sich die Eltern an den darauffolgenden Tagen für allmählich längere Zeiten von dem Kind verabschieden. Sie sollten aber darauf bestehen, daß die Eltern zumindest bis zur Mitte der 2. Eingewöhnungswoche in unmittelbarer Nähe bleiben, um notfalls gleich zur Stelle zu sein, sollte das Kind Probleme haben, die Sie als Tagesmutter noch nicht lösen können. Die Reaktion des Kindes auf den ersten wirklichen Trennungsversuch in der neuen Umgebung enthält wichtige Anhaltspunkte über die voraussichtliche Dauer der Eingewöhnungszeit. Wenn es weint, wenn Mutter bzw. Vater den Raum verlassen, sollten sie trotzdem hinaus gehen, aber in der Nähe der Tür bleiben. Wenn Sie das Kind nicht innerhalb von wenigen Augenblicken beruhigen können, müssen Sie die Eltern wieder zurückrufen. |
Der erste Trennungsversuch |
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Die Eingewöhnungszeit ist abgeschlossen, wenn Sie das Kind im Ernstfall trösten können. Das muß nicht heißen, daß das Kind nicht mehr weint, wenn sich die Mutter bzw. der Vater nach dem Bringen von ihm verabschieden (was sie immer tun sollten). Wenn das Kind weint, wenn die Eltern gehen wollen, so drückt es damit aus, daß es sie lieber in der Tagespflegestelle dabei hätte, und das ist sein gutes Recht. Es wird sich jedoch nach Abschluß der Eingewöhnungszeit von Ihnen beruhigen lassen, wenn die Eltern gegangen sind. |
Wann ist die Eingewöhnung geglückt? |
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Wenn irgend möglich, sollten die Eltern ihr Kind zumindest in den ersten Wochen nur halbtags in der Tagespflegestelle betreuen lassen. Auch bei einer gut verlaufenden Eingewöhnungszeit braucht das Kind all seine Kraft und sein Können, um sich mit den neuen Verhältnissen vertraut zu machen. Eine Ganztagsbetreuung von Anfang an erschwert dem Kind diese Aufgabe. Leider haben Eltern oftmals nicht die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit auch nur vorübergehend zu reduzieren. Als Tagesmutter müssen Sie sich darauf einstellen. |
Anfangs am besten halbtags |
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Beginnen Sie mit der Eingewöhnung nicht erst kurz vor Arbeitsaufnahme der Eltern, damit diese noch ausreichend Zeit haben (im Idealfall 4-6 Wochen), sollte die Eingewöhnung länger als geplant dauern. Die Eingewöhnungszeit sollte nicht mit anderen Veränderungen in der Familie (wie z.B. Schuleintritt eines Geschwisterkindes, Umzug der Familie oder ähnliche Ereignisse) zusammenfallen. Das könnte das Kind überfordern. Verschieben Sie die Eingewöhnungszeit bei Erkrankung des Kindes. Erkrankungen (auch scheinbar geringfügige, wie z.B. Erkältungen) beeinträchtigen sein Interesse und seine Fähigkeit, sich mit der neuen Umgebung auseinanderzusetzen. Steht schon vor Beginn der Eingewöhnung fest, daß es in Kürze zu einer Betreuungsunterbrechung kommen wird (Urlaub von Ihnen oder den Eltern, geplanter Krankenhausaufenthalt, etc.) sollte die Eingewöhnung erst danach begonnen werden. Montags nie, heißt die Devise für alle neuen Aktivitäten im Rahmen der Eingewöhnung. Dies gilt besonders für das Schlafenlegen und das erste Alleinbleiben des Tagespflegekindes in der neuen Umgebung. Kindern fällt es am Wochenbeginn besonders schwer, sich wieder in der noch nicht hinreichend vertrauten Umgebung zurecht zu finden, nachdem sie ein Wochenende zu Hause mit den Eltern verbracht haben. |
Der richtige Zeitpunkt der Eingewöhnung |
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Falls das Kind besondere Schwierigkeiten hat, sich von einem der beiden Eltern zu trennen, könnte es sinnvoll sein, daß der andere Elternteil das Kind in der Eingewöhnungszeit begleitet. Es ist durchaus möglich, daß sich ein Kind in Begleitung des Vaters leichter in die neue Umgebung eingewöhnt als mit seiner Mutter (oder umgekehrt). |
Wer sollte die Eingewöhnung machen? |
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Achten Sie darauf, daß die Eltern nicht fortgehen, ohne sich von ihrem Kind zu verabschieden. Sie müssen sonst damit rechnen, daß das Kind nach solchen Erfahrungen die Eltern nicht aus den Augen läßt oder sich „vorsichtshalber“ an sie klammert, um ihr unbemerktes Verschwinden zu verhindern. Es passiert häufig, daß das Kind beim Abschied weint oder auf andere Weise versucht, die Eltern zum Bleiben zu bewegen bzw. mitgenommen werden will. Es ist das gute Recht des Kindes, zu versuchen, eine geschätzte und geliebte Person zu veranlassen, bei ihm zu bleiben. Wenn die Eingewöhnungszeit abgeschlossen ist und das Kind eine Bindungsbeziehung zu Ihnen aufgebaut hat, wird es sich nach dem Weggang der Eltern rasch trösten lassen und die Zeit in der Tagespflegestelle in guter Stimmung verbringen. Achten Sie darauf, daß die Eltern den Abschied kurz halten und ihn nicht unnötig in die Länge ziehen. Ihr Kind wird dadurch nur belastet. Kinder reagieren auf einen kurzen Abschied mit weniger Streß. überarbeitet nach: |
Immer verabschieden |